Der Allgäu Airport in Memmingen tätigt im laufenden Geschäftsjahr Sachinvestitionen von mehr als zehn Millionen Euro in die luft- und landseitige Infrastruktur.
Nach Angaben der Betreibergesellschaft dient die Maßnahme der schrittweisen Erhöhung der Abwicklungskapazitäten am Terminal sowie auf den Rollfeldern. Der Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund weiter steigender Passagierzahlen: Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die Flughafenführung mit rund 3,8 Millionen Fluggästen, nachdem im Vorjahr etwa 3,7 Millionen Passagiere gezählt wurden.
Ein Schwerpunkt der aktuellen Baumaßnahmen liegt auf der Neugestaltung des Terminalobergeschosses, wo zusätzliche Flugsteige eingerichtet werden. Diese Erweiterung soll die Abläufe bei Kontrollen für Reisende aus Staaten außerhalb des Schengen-Raums beschleunigen und Spitzenauslastungen abfedern. Während die bauliche Fertigstellung des westlichen Abschnitts abgeschlossen ist, laufen die Arbeiten im östlichen Gebäudeteil weiter. Ergänzend werden die Passagierbalkone saniert und der Boardingbereich mit Wetterüberdachungen versehen.
Auf den Betriebseinheiten des Rollfelds umfasst das Bauprogramm die Einrichtung von zwei zusätzlichen Flugzeugstellplätzen, die von den Passagieren zu Fuß erreicht werden können. Für den Herbst 2026 ist zudem der Bau einer Wendeplatte, eines sogenannten Turnpads, an der Ostseite der Start- und Landebahn terminiert. Das Projekt soll das Rangieren von Verkehrsflugzeugen beschleunigen und die Abfolge der Starts und Landungen auf der einzigen Piste flexibler gestalten. Für das Jahr 2029 plant das Unternehmen zudem die Errichtung eines mehrgeschossigen Parkhauses mit einem Finanzierungsvolumen von circa 23 Millionen Euro.
Luftfahrtbranchenkenner verweisen darauf, dass der Ausbau an Regionalflughäfen wie Memmingen notwendig ist, um Engpässe bei der Passagierabfertigung während der Ferienzeiten zu vermeiden. Das Geschäftsmodell des Standorts basiert primär auf Verbindungen europäischer Low-Cost-Anbieter wie Ryanair und Wizz Air. Die Verdichtung des Flugplans führt jedoch zu hohen Belastungsspitzen am Terminal, weshalb die bauliche Infrastruktur kontinuierlich an die steigenden Passagierströme angepasst werden muss, um Verzögerungen im Ablauf zu minimieren.