Bei der portugiesischen Nationalfluggesellschaft Tap Air Portugal kommt es zu einer Neubesetzung in der operativen Unternehmensführung. Wie die Airline am Freitag bekannt gab, übernimmt José Eduardo Moreira mit sofortiger Wirkung die Position des Chief Operating Officer (COO).
Moreira folgt in dieser Funktion auf Mário Chaves, der seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat und von der Position des Betriebschefs eingereicht hat. Der Führungswechsel erfolgt in einer Phase, in der die staatliche Fluggesellschaft wesentliche operative Weichenstellungen vornehmen muss.
Der neue Betriebschef ist seit dem Jahr 1998 im Konzern tätig und verbrachte seine berufliche Laufbahn vor allem im technischen Bereich des Unternehmens. Zuletzt zeichnete Moreira als Generaldirektor für die Sparte Wartung und Engineering verantwortlich. Zuvor bekleidete der Ingenieur leitende Positionen in der Triebwerkswartung sowie im Sicherheits- und Lufttüchtigkeitsmanagement. Seine Ernennung signalisiert eine stärkere Fokussierung der Vorstandsführung auf technische Abläufe und die operative Stabilität der Flotte.
Luftfahrtanalysten werten den Personalwechsel an der Spitze des Flugbetriebs als Reaktion auf anhaltende Herausforderungen bei der Pünktlichkeit und der Flottenauslastung am Drehkreuz Lissabon. Mário Chaves hatte das Amt des COO in einer Phase intensiver Restrukturierung ausgeübt, die durch strenge Vorgaben der Europäischen Kommission im Rahmen von Staatshilfen geprägt war. Mit der Berufung eines Insiders aus der Wartungssparte versucht der Aufsichtsrat, Engpässe bei der Flugzeugverfügbarkeit und technische Verzögerungen im täglichen Flugplan effizienter abzufangen.
Die Führungskrise und der Personalwechsel fallen zudem in die Vorbereitung der von der portugiesischen Regierung angestrebten Teilprivatisierung der Tap Air Portugal. Großkonzerne wie die Lufthansa Group, Air France-KLM und IAG haben Interesse an einer Beteiligung an dem südamerikanisch gut vernetzten Carrier signalisiert. Eine reibungslose operative Betriebsführung sowie die Behebung von Wartungsengpässen gelten als Grundvoraussetzungen, um den Wert des Unternehmens vor den anstehenden Verkaufsverhandlungen mit potenziellen Investoren zu sichern.