Das bevorstehende erste September-Wochenende bringt auf den österreichischen Hauptverkehrsrouten eine massive Verdichtung des Fahrzeugaufkommens mit sich.
Wie die Verkehrsclubs ARBÖ und ÖAMTC übereinstimmend melden, trifft das Ende der Schulferien in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland mit der Rückreisewelle aus den südlichen Urlaubsländern zusammen. Zudem nutzen zahlreiche Späturlaubende ohne schulpflichtige Kinder sowie ausländische Feriengäste aus Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen die ersten Tage im September für ihre Heimreise. Ab den Vormittagsstunden des Samstags ist auf den zentralen Nord-Süd- und Ost-West-Magistralen mit erheblichen Verzögerungen zu rechnen.
Neben dem Transitverkehr sorgen mehrere Großveranstaltungen für lokale Belastungsprobleme im nachgeordneten Straßennetz. So zieht die Internationale Gartenbaumesse in Tulln an den Messtagen bis zu 100.000 Besucher an, was auf der Stockerauer Schnellstraße (S5) sowie der Tullner Straße (B19) zu Engpässen führt. In Tirol bedingt der Kitzbüheler Radmarathon am Sonntag umfangreiche Straßensperrungen, unter anderem auf der Pass-Thurn-Straße (B161) und der Gerlos Straße (B165). Parallel sorgen die Internationale Holzmesse in Klagenfurt und das Musikfestival Intensity Open Air in Innsbruck im Umfeld der jeweiligen Veranstaltungsorte für kapazitäre Grenzen bei den Zubringerstraßen.
Besondere Nadelöhre bilden die autobahnnahen Baustellen- und Nadelöhrbereiche. Auf der Brennerautobahn (A13) gilt die sanierungsbedürftige Luegbrücke als kritischer Punkt, während auf der Tauernautobahn (A10) im Raum Salzburg und Bischofshofen erneut behördliche Sperrgitter an den Anschlussstellen eingesetzt werden, um ein Ausweichen des Transitverkehrs auf das untergeordnete Landesstraßennetz zu unterbinden. Auf der Pyhrnautobahn (A9) fokussieren sich die Blockaden auf die Einröhrenbereiche und Mautstellen der Bosruck- und Gleinalmtunnel. Am Sonntagmittag verlagert sich der Schwerpunkt schließlich auf die Zufahrten zum Großraum Wien über die Westautobahn (A1) und die Südautobahn (A2).
Verkehrsbeobachter betonen, dass die Überlastung der alpinen Transitachsen ein wiederkehrendes, strukturelles Infrastrukturproblem darstellt. Die Überlagerung von regionalem Ausflugsverkehr, Großveranstaltungen und grenzüberschreitendem Ferientransit treibt das Autobahnnetz regelmäßig an seine Belastungsgrenze. Da die Ausweichrouten in den Bundesländern Salzburg und Tirol zunehmend durch behördliche Fahrverbote und Dosierampeln für den Ausweichverkehr gesperrt werden, verbleiben den Verkehrsteilnehmern kaum großräumige Alternativen, was die Wartezeiten an den verbliebenen Engpässen weiter verlängert.