Die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) setzt im Herbst 2026 gemeinsam mit ihren Joint-Venture-Partnern der Lufthansa Group und der italienischen ITA Airways eine Rabattaktion für den Japan-Verkehr neu auf.
In Zusammenarbeit mit der Japan National Tourism Organization (JNTO) können europäische Passagiere bei der Buchung von Langstreckenflügen im Buchungszeitraum vom 1. bis 30. September 2026 bis zu zwei Zubringerflüge innerhalb des japanischen Streckennetzes von ANA ohne Tarifaufpreis integrieren. Das Angebot gilt für den Reisezeitraum vom 1. Dezember 2026 bis zum 28. Februar 2027 und umfasst mehr als 40 Ziele innerhalb Japans.
Die Marketinginitiative baut auf einer ähnlich gelagerten Aktion aus dem Vorjahr auf und zielt darauf ab, die touristische Nachfrage geografisch breiter über das Land zu verteilen. Marktdaten der JNTO belegen, dass das Interesse europäischer Reisender an Regionen abseits der etablierten Metropolen Tokio, Osaka und Kyoto wächst. Durch den kostenfreien Einschluss von Strecken in Regionen wie Tohoku, Kyushu oder Okinawa wollen die beteiligten Fluggesellschaften die Auslastung auf den sekundären Inlandsstrecken in der Wintersaison steigern und gleichzeitig die Überlastung der primären Ballungszentren verringern.
Die Einbindung der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways in das Vertriebskonzept verdeutlicht die voranschreitende Integration der Fluggesellschaft in die bestehende Allianzstruktur der Lufthansa Group. Durch die Freigabe der Europäischen Kommission zur Übernahme von Anteilen an ITA Airways durch den deutschen Luftfahrtkonzern greifen die Partner vermehrt auf gemeinsame Vertriebskanäle und Abstimmungen bei Tarifstrukturen zurück. Für die Betreiber stellt die Bündelung von Langstrecken- und Inlandsflugscheinen ein Instrument zur Erhöhung der Sitzplatzbelegung auf schwächer ausgelasteten Flügen im Winter dar.
Branchenbeobachter merken jedoch an, dass die Attraktivität des Angebots für Endverbraucher stark von den Konditionen des zugrundeliegenden Langstreckentickets abhängt. Zwar entfallen die Flugtarife für die bis zu zwei Inlandsabschnitte, jedoch verbleiben anfallende Flughafengebühren, Steuern sowie spürbare Treibstoffzuschläge auf der Rechnungsseite der Passagiere. Zudem stehen die Fluggesellschaften vor der Herausforderung, die Kapazitäten im Zubringerverkehr effizient abzustimmen, ohne dass hochpreisige Buchungsklassen für lokale Umsteiger blockiert werden.