Blick auf die Donau in Wien (Foto: Unsplash/Arno Senoner).
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Stabile Nächtigungszahlen im Städtetourismus: Wien setzt auf Ganzjahresangebot und kaufkräftiges Gästesegment

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Die Wiener Tourismusbranche verzeichnet weiterhin eine hohe Auslastung und baut ihre Stellung als wirtschaftlicher Standortfaktor im europäischen Vergleich aus. Trotz Debatten über die Auswirkungen sommerlicher Hitzewellen auf Städtereisen verweist die Stadtverwaltung auf die Ganzjahresstruktur des Wiener Tourismus.

Im Jahr 2025 registrierte die Bundeshauptstadt über 20 Millionen Nächtigungen bei einem Netto-Nächtigungsumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. Diese Tendenz setzt sich im laufenden Jahr fort: Seit Jahresbeginn wurden mehr als 11 Millionen Nächtigungen erfasst, was einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Auf Wien entfallen damit etwa 12 Prozent aller Nächtigungen in Österreich.

Die wirtschaftlichen Effekte der sogenannten Visitor Economy reichen über die Stadtgrenzen hinaus. Nach Angaben der Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak generiert der Tourismus in Wien eine gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung von rund 5,3 Milliarden Euro für ganz Österreich, wovon 4,6 Milliarden Euro direkt in der Bundeshauptstadt wirksam werden. Zudem hängen österreichweit rund 114.800 Arbeitsplätze an der Wiener Tourismuswirtschaft. Parallel dazu wuchs die Bettenkapazität der Stadt seit 2019 um etwa ein Viertel auf zuletzt rund 84.600 Betten in 450 Beherbergungsbetrieben.

Der WienTourismus verfolgt unter der Leitung von Geschäftsführer Norbert Kettner mit dem Konzept des „Optimum Tourism“ eine Ausrichtung auf das sogenannte Wunschgast-Segment. Zielgruppe sind kulturaffine Freizeitreisende, Kongress- und Tagungsteilnehmer sowie Kunden im gehobenen Preissegment. Laut der Strategie sollen zwei Drittel der Besucher diesem Profil entsprechen, um eine hohe Kaufkraft in der Stadt zu binden und den individuellen Reiseverkehr zu fördern. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhalten, werden regelmäßig Befragungen durchgeführt, bei denen neun von zehn Befragten in Wien den Städtetourismus positiv bewerten.

Branchenbeobachter verweisen jedoch darauf, dass die Konzentration auf kaufkräftiges Publikum und das anhaltende Wachstum der Bettenkapazitäten auch Herausforderungen mit sich bringen. Der kontinuierliche Ausbau von Beherbergungsbetrieben verstärkt den Wettbewerbsdruck auf dem lokalen Immobilienmarkt und erhöht den Konkurrenzdruck unter den Hotelbetreibern. Zudem erfordert die Abwicklung von Großkongressen und dem damit verbundenen internationalen Reiseverkehr eine stetige Anpassung der städtischen Verkehrsinfrastruktur, um eine Überlastung in den zentralen Bezirken zu vermeiden.

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