Beim Tourismus Summit im tirolerischen Alpbach wurde am 3. September 2026 die Gründung einer neuen Denkfabrik unter dem Namen Tourismus.Denken bekannt gegeben.
Das Gremium versteht sich als überparteiliche Plattform, die wissenschaftliche Analysen und praxisnahe Impulse zur künftigen Ausrichtung der österreichischen Fremdenverkehrswirtschaft erarbeiten soll. Dem Gründungspräsidium gehören neben der Präsidentin Susanne Kraus-Winkler auch Matthias Winkler, Alexander Schick, Philipp Falkner und Thomas Reisenzahn an. Ziel der Initiative ist die Bereitstellung faktenbasierter Grundlagen für Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung.
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit erstrecken sich auf den strukturellen Wandel der Branche, darunter die Folgen des Arbeitskräftemangels, steigender Bürokratieaufwand sowie Fragen der Steuer- und Abgabenpolitik. Ebenso sollen die Auswirkungen von Automatisierung, künstlicher Intelligenz und veränderten Betreibermodellen untersucht werden. Um den Austausch zwischen Forschung und Betriebspraxis zu strukturieren, ist der Aufbau eines wissenschaftlichen Expertenbeirats sowie der Betrieb einer KI-gestützten Datenbank geplant, die relevante Branchenstudien zentral bündeln und auswerten soll.
Die Publikation der Arbeitsergebnisse soll über regelmäßige Berichte, Stellungnahmen, Veranstaltungen und digitale Formate wie eine eigene Webplattform erfolgen. Das Finanziers- und Unterstützernetzwerk richtet sich an Vertreter aus Hotellerie, Wissenschaft, Finanzwirtschaft und öffentlichen Institutionen. Nach Angaben des Initiativkreises soll das Organ ausdrücklich nicht als zusätzliche Interessenvertretung oder Lobbyorganisation agieren, sondern eine ergänzende Beratung für die alpine und städtische Tourismuswirtschaft bieten.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass in Österreich bereits eine Vielzahl an Kammern, Fachverbänden und universitären Instituten im Bereich der Tourismusforschung tätig ist. Der Erfolg des neuen Thinktanks wird davon abhängen, ob es der Plattform gelingt, über bestehende Verbands- und Parteigrenzen hinweg eigenständige Reformvorschläge durchzusetzen. Zudem bleibt abzuwarten, wie neutral das Gremium angesichts der personellen Überschneidungen mit etablierten Branchenvertretern und der Hotellerie agieren kann.