Der 7. Reichenauer Kultursommer der Arbeiterkammer Niederösterreich hat seine diesjährige Spielzeit beendet. Nach Angaben des Veranstalters besuchten mehr als 2.800 Personen die insgesamt 13 angebotenen Veranstaltungen.
Damit lag das Publikumsaufkommen über dem Niveau der Vorjahre, wobei neun der Ansetzungen ausverkauft waren. Die Saison begann mit einem Kabarettprogramm von Monica Weinzettl und Gerold Rudle und endete mit einer Matinée der Darsteller Ursula Strauss, Christian Dolezal und Karl Stirner.
Aufgrund von Umbauarbeiten am gewohnten Austragungsort im Parkhotel Hirschwang wichen die Organisatoren für die aktuelle Saison in den Festsaal des Schlosses Reichenau aus. Der Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, Markus Wieser, bewertete die Akzeptanz der Ausweichspielstätte positiv und kündigte die Beibehaltung des veranstalterischen Konzepts an. Das Programm umfasste Lesungen, musikalische Darbietungen sowie Kleinkunstformate bei einer preislich regulierten Ticketstruktur.
Für die kommende Saison vom 6. bis zum 29. August 2027 ist die Rückkehr an den angestammten Spielort im Parkhotel Hirschwang vorgesehen. Dort stehen nach der Modernisierung die Räumlichkeiten des Raxsaals zur Verfügung. Der Spielplan für 2027 sieht zwölf Termine vor, darunter einen Auftritt von Adi Hirschal und Wolfgang Böck mit Wiener Liedgut. Der Kartenvorverkauf für die Spielzeit 2027 beginnt am 15. Oktober 2026.
Kulturexperten verweisen darauf, dass von Gewerkschaften und Kammern getragene Kulturreihen im ländlichen Raum eine Nische besetzen, da sie durch Subventionen ein niedrigeres Preisniveau halten können als rein kommerzielle Festspiele. Die Auslastung des Schlosses Reichenau unterstreicht die lokale Nachfrage nach Kleinkunst- und Literaturangeboten. Allerdings stehen öffentlich finanzierte Veranstaltungsreihen vor der Aufgabe, trotz gestiegener Bewirtschaftungskosten und Ausweichquartieren eine verlässliche Auslastung außerhalb der großen Sommertheaterzentren zu sichern.