Intercity Express (Foto: Unsplash/Pascal Bernardon).
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Intermodaler Verkehr: Flughafen Brüssel nach zehn Jahren wieder an das ICE-Netz angebunden

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Am 7. September 2026 erreichte der erste ICE-Hochgeschwindigkeitszug aus Köln den Flughafen Brüssel. Damit ist die belgische Luftverkehrsdrehscheibe nach mehr als zehn Jahren Unterbrechung wieder direkt an das internationale Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn (DB) angeschlossen.

Der Zug verließ den Kölner Hauptbahnhof um 6:11 Uhr und erreichte nach Zwischenhalts in Aachen, Lüttich und Leuven um 8:29 Uhr das Terminalgebäude des Flughafens, ehe er die Fahrt nach Antwerpen-Centraal fortsetzte. Der Betrieb erfolgt im Rahmen einer Kooperation zwischen der Deutschen Bahn, der belgischen Staatsbahn NMBS/SNCB und der Fluggesellschaft Brussels Airlines.

Das Verkehrsangebot umfasst täglich zwei Zugpaare auf der Strecke Köln–Antwerpen mit Halt am Flughafen Brüssel. Durch die Abstimmung mit der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines können Passagiere Flug- und Bahnreisen in einem durchgehenden Flugschein buchen, inklusive Anschlussgarantie bei Verspätungen und der Gutschrift von Meilen im Miles-&-More-Programm. Nach Angaben der Fluggesellschaft wurden seit der Ankündigung der Kooperation im Februar bereits über tausend Kombinations-Tickets verkauft. Der Flughafenbetreiber unter der Leitung von CEO Arnaud Feist und DB-Fernverkehrsvorstand Michael Peterson erhoffen sich durch die Anbindung ein vergrößertes Einzugsgebiet im westdeutschen Raum.

Aus betrieblicher Sicht stellt die Reintegration von Fernzügen an Großflughäfen eine zentrale Maße dar, um Zubringerflüge auf Kurzstrecken abzulösen und Kapazitäten im Luftraum effizienter zu nutzen. Für die Lufthansa Group, zu der Brussels Airlines gehört, folgt das Modell bereits erprobten Partnerschaften wie dem Express-Rail-System in Frankfurt am Main oder ähnlichen Kooperationen in Zürich und Wien. Auf der Trasse nach Belgien stellen jedoch die grenzüberschreitende Zugsteuerung und die Auslastung des belgischen Schienennetzes kontinuierliche Herausforderungen für die Fahrplanstabilität dar.

Verkehrsexperten merken an, dass zwei tägliche Zugpaare vorerst nur ein eingeschränktes Zeitfenster abdecken und für viele Flugverbindungen lange Umsteigezeiten bedeuten. Um eine vollwertige Alternative zum Auto oder zu Zubringerflügen darzustellen, wäre eine Verdichtung des Taktes sowie eine umfassendere Einbindung französischer Hochgeschwindigkeitszüge in Richtung Süden erforderlich. Der wirtschaftliche Nutzen der Trasse wird sich daran messen lassen, wie stark das Angebot von Geschäfts- und Fernreisenden abseits der anfänglichen Buchungswelle angenommen wird.

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