Das Österreichische Bundesheer meldet für das laufende Jahr einen Nettozuwachs bei den Beschäftigtenzahlen.
Bis Anfang September 2026 standen 2.200 Neueintritten von zivilem und militärischem Personal insgesamt 1.719 Abgänge gegenüber, was einem Plus von 481 Mitarbeitern entspricht. Unter den Neuzugängen befanden sich 409 Frauen, wovon 107 ihren Dienst im uniformierten Bereich angetreten haben. Der überwiegende Teil der Fluktuation betrifft befristete Dienstverhältnisse wie Militärpersonen auf Zeit oder Verwaltungspraktikanten.
Parallel zur allgemeinen Personalentwicklung verzeichnen auch die Ausbildungseinrichtungen für den Kaderbereich hohe Teilnehmerzahlen. Im September 2026 traten 1.065 Anwärter die Kaderausbildung für die Laufbahnen der Offiziere und Unteroffiziere im Berufs- und Milizstand an, darunter 75 Frauen. Der Ausbildungsweg beginnt mit der sechsmonatigen Kaderanwärterausbildung Teil 1, ehe sich die Pfade trennen. Während die Unteroffiziersanwärter nach 18 Monaten an der Heeresunteroffiziersakademie in Enns als Wachtmeister ausgemustert werden, absolvieren angehende Offiziere ein dreijähriges Studium an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt.
Die Steigerung der Rekrutierungszahlen erfolgt vor dem Hintergrund der eingeleiteten Modernisierungsvorhaben im Rahmen des Aufbauplans 2032+. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner führt die Entwicklung auf Anpassungen in der Personalgewinnung und die Attraktivität des öffentlichen Dienstes zurück. Neben der Beschaffung neuer Ausrüstung und Waffensysteme ist der Aufwuchs an qualifiziertem Personal eine zentrale Voraussetzung, um die personelle Einsatzbereitschaft der Streitkräfte langfristig sicherzustellen.
Militärökonomen und Beobachter betonen jedoch, dass dem schrittweisen Personalaufbau weiterhin eine hohe Abgangsrate gegenübersteht. Insbesondere der Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um qualifizierte Fachkräfte in technischen und logistischen Bereichen setzt dem Streitkräfteamt Grenzen. Die Herausforderung für die Heeresführung besteht darin, das neu gewonnene Personal über die befristeten Verträge hinaus langfristig im Verband zu halten und die Abbrecherquoten während der anspruchsvollen Kaderausbildung gering zu halten.