Der Flughafen Dortmund verzeichnet für die Sommerferien 2026 ein historisches Höchstmaß beim Passagieraufkommen. Im Zeitraum der nordrhein-westfälischen Sommerferien nutzten insgesamt 530.423 Reisende den regionalen Verkehrsflughafen im östlichen Ruhrgebiet.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von mehr als 36.000 Fluggästen beziehungsweise ein Plus von rund 7,3 Prozent. Nach Angaben des Betreibers wurde damit erstmals in der Geschichte des Standorts die Schwelle von einer halben Million Passagieren während der Sommerferien überschritten. An den verkehrsreichsten Spitzentagen fertigte das Bodenpersonal mehr als 13.000 Fluggäste ab.
Flughafengeschäftsführer Ludger van Bebber führt die Entwicklung auf die gestiegene Sitzplatzkapazität und die Einführung neuer Flugverbindungen zurück. Das Streckennetz wurde in der vergangenen Saison unter anderem um tägliche Verbindungen nach London sowie um Ziele wie Târgu Mureș, Breslau, Niš und Oradea ergänzt. Ungeachtet der neuen Destinationen blieben etablierte Routen nach Osteuropa und Südeuropa die wesentlichen Leistungsträger. Das am stärksten nachgefragte Einzelziel war erneut die polnische Stadt Kattowitz mit fast 58.000 Passagieren, was einem Zuwachs von etwa 15 Prozent entspricht. Dahinter folgten Palma de Mallorca mit 42.407 Reisenden sowie Tirana und Bukarest mit jeweils gut 31.000 Passagieren.
Die Verkehrszahlen unterstreichen die spezifische Positionierung des Dortmunder Flughafens als spezialisierter Knotenpunkt für den osteuropäischen VFR-Verkehr (Visiting Friends and Relatives) sowie für den Low-Cost-Sektor im Ruhrgebiet. Der Großteil des Aufkommens wird von den Hauptkunden Wizz Air und Ryanair getragen, die ihre Flottenpräsenz am Standort schrittweise angepasst haben. Für die verbleibenden Monate des Jahres kündigt die Flughafenführung weitere Routen an, darunter Palermo ab Anfang September sowie neue Verbindungen nach Mailand und Rom ab Oktober 2026.
Luftfahrtjournalisten und Branchenkenner weisen jedoch darauf hin, dass das starke Passagierwachstum in den Spitzenzeiten die Infrastruktur des Terminalgebäudes und der Sicherheitskontrollen an ihre Belastungsgrenzen bringt. Die hohe Abhängigkeit von wenigen Billigfluggesellschaften birgt zudem wirtschaftliche Risiken, falls Carrier bei veränderten Rahmenbedingungen Kapazitäten an andere Flughäfen verlegen. Zudem bleibt die Anbindung des Standorts an den öffentlichen Schienenverkehr im Vergleich zu benachbarten Großflughäfen wie Düsseldorf oder Köln/Bonn ein Schwachpunkt in der Erreichbarkeit.