Airbus A320 (Foto: Jan Gruber).
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Vollständige Übernahme der Cateringgesellschaft Aeromar durch Aeroflot

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Die staatliche russische Fluggesellschaft Aeroflot hat die verbliebenen Anteile an der Cateringgesellschaft Aeromar vollständig übernommen und hält nun 100 Prozent des Unternehmens.

Wie aus Branchenberichten hervorgeht, veräußerte die deutsche Lufthansa Group ihren bisherigen Minderheitsanteil von 49 Prozent, den sie zuletzt über ihre Tochtergesellschaft Truffle 2 GmbH gehalten hatte. Die Transaktion wurde am 1. September 2026 vollzogen. Über die finanziellen Rahmenbedingungen und die Höhe des Kaufpreises vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen. Mit diesem Schritt zieht sich die deutsche Fluggesellschaft endgültig aus dem operativen Verpflegungsgeschäft am Standort Russland zurück, das im Zuge geopolitischer Spannungen und internationaler Sanktionen seit längerer Zeit unter öffentlicher Beobachtung gestanden hatte.

Hintergründe und Entwicklung der Eigentümerstruktur bei Aeromar

Die Cateringgesellschaft Aeromar zählt zu den größten Anbietern von Bordverpflegungsveranstaltungen und Kabinendiensten auf russischen Flughäfen. Aeroflot hielt bereits vor der Übernahme die Mehrheit von 51 Prozent der Geschäftsanteile und sicherte sich durch den Erwerb der verbleibenden 49 Prozent die uneingeschränkte Kontrolle über die operativen Abläufe und die Logistiknetzwerke des Dienstleisters.

Die Entscheidung der Lufthansa Group zur Veräußerung ihrer Beteiligung geht auf Ankündigungen aus dem September 2022 zurück. Vorausgegangen war deutliche Kritik an der fortbestehenden wirtschaftlichen Präsenz des Konzerns auf dem russischen Markt. Unter anderem hatte der damalige ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba öffentlich argumentiert, dass westliche Unternehmensbeteiligungen in der Russischen Föderation indirekt zur Aufrechterhaltung der dortigen Infrastruktur beitragen würden.

Die Leitung der Lufthansa Group betonte im Rahmen der damaligen Debatte stets, dass das Halten der reinen Minderheitsbeteiligung zu keinem Zeitpunkt gegen die von der Europäischen Union verhängten Wirtschaftssanktionen verstoßen habe. Gleichwohl hatte das Unternehmen den Absichtsbeschluss gefasst, die Anteile geordnet abzugeben, um juristische Risiken und Reputationsschäden auf den westlichen Märkten zu vermeiden.

Muster von Eigentumsübertragungen im russischen Luftfahrtsektor

Der Vollzug der Übernahme von Aeromar fügt sich in eine Reihe ähnlicher Transaktionen im Bereich der Dienstleistungen für den Flugverkehr ein. Bereit im August 2025 hatte Aeroflot die vollständige Kontrolle über den Cateringdienstleister AeroMIL übernommen, der am Flughafen von Krasnojarsk ansässig ist und dort die Flugzeugbelieferung organisiert.

Sergej Alexandrowski, Vorstandsvorsitzender von Aeroflot, bestätigte am Rande des Ostwirtschaftsforums, dass auch die Anteile an AeroMIL zuvor von der Lufthansa Group gehalten worden waren. Dieser Übergang erfolgte zu einem Kaufpreis von rund 56,4 Millionen Rubel, was zum Zeitpunkt der Transaktion etwa 560.000 Euro entsprach. Die konsequente Konsolidierung der Cateringbetriebe unter dem Dach der Aeroflot zeigt das Bestreben des russischen Staates, essenzielle luftfahrtnahe Dienstleistungen vollständig in nationale Eignerstrukturen zu überführen.

Auswirkungen auf die Logistik und das Marktumfeld

Mit dem Verkauf der Anteile an Aeromar endet die direkte Präsenz der Lufthansa Group im Segment der russischen Bordverpflegung. Für Aeroflot bedeutet der Schritt eine Neuordnung der internen Zulieferketten. Durch die Bündelung der Anteile kann der russische Luftfahrtkonzern die Verpflegung an den zentralen Drehkreuzen, insbesondere am Flughafen Moskau-Scheremetjewo, in eigener Regie steuern.

Gleichzeitig verdeutlicht die Transaktion die fortschreitende Entflechtung europäischer und russischer Luftfahrtunternehmen. Seit der Schließung des europäischen Luftraums für russische Fluggesellschaften und den Einschränkungen für westliche Airlines auf Routen über russisches Hoheitsgebiet haben sich die operativen Berührungspunkte stark reduziert. Der Übergang der Cateringanteile markiert einen weiteren Baustein im vollzogenen Rückzug westlicher Konzerne aus den luftfahrtnahen Infrastrukturen der Russischen Föderation.

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