Die Fluggesellschaft Corendon Airlines nimmt im Sommerflugplan 2027 eine neue Direktverbindung von Nürnberg an die bulgarische Schwarzmeerküste auf.
Ab August bis Mitte September 2027 wird die Hafenstadt Varna zweimal wöchentlich, jeweils an den Verkehrstagen Dienstag und Samstag, vom Albrecht-Dürer-Flughafen bedient. Die Strecke bedient unterschiedliche Marktsegmente und richtet sich neben dem klassischen Ferientourismus in die umliegenden Küstenorte auch an den VFR-Verkehr (Visiting Friends and Relatives) sowie den studentischen Austausch zwischen Bayern und Bulgarien.
Mit diesem Schritt verstärkt die Fluggesellschaft ihr Engagement am nordbayerischen Standort, wo sie traditionell Verbindungen nach Südosteuropa und in die Türkei betreibt. Das Reiseziel Varna gilt als logistisches Drehkreuz für den regionalen Tourismus an der nördlichen Schwarzmeerküste und ist Standort mehrerer Universitäten. Auf der Trasse trifft Corendon Airlines auf direkte Konkurrenz: Die ungarische Low-Cost-Fluggesellschaft Wizz Air bietet ebenfalls Flüge zwischen der fränkischen Metropole und der bulgarischen Hafenstadt an.
Die Entscheidung zur Streckenaufnahme erfolgt vor dem Hintergrund einer veränderten Nachfragestruktur im europäischen Warmwasser-Tourismus. Angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten verzeichnen preisgünstigere Urlaubsregionen in Südosteuropa ein anhaltendes Interesse im europäischen Quellmarkt. Für den Flughafen Nürnberg bedeutet die Frequenzerhöhung nach Bulgarien eine verbesserte Auslastung der Terminalinfrastruktur außerhalb der stark frequentierten Hauptsommerwochen im Juli.
Luftfahrtexperten verweisen darauf, dass die Platzierung von Urlaubsrouten mit einem kurzen Saisonfenster von lediglich sechs Wochen das wirtschaftliche Risiko für die Fluggesellschaft minimieren soll. Das begrenzte Flugangebot zeigt jedoch auch, dass Carrier bei Streckentests im Regelfall zurückhaltend agieren und die nachhaltige Rendite abwarten, bevor Ganzjahres- oder Langfristschienen eingerichtet werden. Ob sich das Flugangebot auf Dauer behaupten kann, hängt im Wesentlichen vom Preiswettbewerb mit etablierten Billigfliegern und dem Buchungsverhalten der Reiseveranstalter ab.