Die Golf-Fluggesellschaft Emirates hat bei der Ausstattung ihrer neu ausgelieferten Airbus A350-900 eine überarbeitete Kabine für die Premium Economy vorgestellt.
Das Angebot umfasst 28 Sitzplätze in einer 2-3-2-Anordnung, die jeweils mit einem elektrisch verstellbaren, durchgehenden Sichtschutz zwischen den Plätzen versehen sind. Der Sichtschutz lässt sich stufenlos über das Bedienteil im Sitz anheben oder absenken. Das Modell stellt den ersten vollständig elektrisch steuerbaren Sitz der Fluggesellschaft in dieser Zwischenklasse dar und verfügt über voreingestellte Modi für Mahlzeiten und Ruhephasen.
Die Sitze weisen eine Breite von rund 51 Zentimetern sowie einen Sitzabstand von bis zu 99 Zentimetern auf. Zur Ausstattung gehören zudem eine von Safran Seats gefertigte Kopfstütze mit verstellbaren Seitenflügeln, eine ausklappbare Fußstütze sowie Induktionsladeflächen für Mobiltelefone neben den standardmäßigen USB-C-Anschlüssen. Für das Bordunterhaltungssystem kommt ein 13,3-Zoll-Bildschirm mit 4K-Auflösung zum Einsatz, der unter anderem Zugriff auf externe Flugzeugkameras bietet. Der Rollout der neuen Sitze erfolgt sukzessive mit dem Zulauf der insgesamt 65 bestellten Airbus A350-Maschinen.
Die Einführung der modifizierten Kabine steht im Zusammenhang mit der Flottenmodernisierung von Emirates, im Zuge derer auch ältere Großraumflugzeuge vom Typ Boeing 777 und Airbus A380 im Rahmen eines mehrmonatigen Umbauprogramms angepasst werden. Durch den Ausbau der Premium Economy reagiert die Fluggesellschaft auf die veränderte Nachfragestruktur auf Langstreckenrouten, bei der Geschäfts- und Privatreisende verstärkt höherwertige Zwischenklassen buchen. Damit versucht die Airline aus Dubai, den Ertrag pro Sitzplatzmeile auf Flügen nach Europa, Nordamerika und Asien weiter zu steigern.
Luftfahrtexperten verweisen darauf, dass die Integration komplexer Elektronik und verstellbarer Trennelemente in der Premium Economy mit höheren Wartungsanforderungen und zusätzlichen Gewichtsfaktoren verbunden ist. Die zusätzliche Technik erhöht die Ausfallwahrscheinlichkeit einzelner Sitzkomponenten im laufenden Flugbetrieb, was bei Defekten zu Entschädigungsansprüchen oder eingeschränktem Passagierkomfort führen kann. Zudem bleibt abzuwarten, ob die baulichen Trennelemente in der 2-3-2-Bestuhlung das Raumgefühl im Mittelgang beeinträchtigen.