Im tschechischen Touristiksektor gewinnt die Nachsaison zunehmend an Bedeutung.
Wie Daten des Reiseportals Dovolena.cz der Reiseagentur Student Agency für die Monate September bis November 2026 zeigen, verschiebt sich die Nachfrage tschechischer Urlauber von den traditionellen Sommermonaten Juli und August verstärkt in den Frühherbst. Als Hauptgrund für die veränderten Buchungsmuster gelten Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent im Vergleich zur Hauptsaison, geringere Auslastungen an den Zielorten sowie moderatere Temperaturen in den Küstenregionen des Mittelmeers.
Spanien hat sich in diesem Jahr zum stärksten Zielgebiet für Herbstbuchungen über das tschechische Portal entwickelt und stellt knapp ein Viertel aller Verkäufe im Zeitraum von September bis November dar. Dahinter folgen Griechenland mit einem Anteil von 21 Prozent und Ägypten mit 17 Prozent. Laut Martina Hrnčířová, Vertriebsleiterin bei Student Agency, schlagen sich die Preisunterschiede insbesondere bei Pauschalreisen nach Griechenland nieder. Lag der durchschnittliche Reisepreis für griechische Destinationen im Juli noch bei etwa 17.320 Tschechischen Kronen (CZK) pro Person, sank dieser für den Oktober auf durchschnittlich 12.111 CZK.
Die Buchungslage wird zusätzlich durch die Lage der tschechischen Schulferien Ende Oktober begünstigt, die in Kombination mit dem Nationalfeiertag am 28. Oktober ein fünftägiges Zeitfenster für Familienreisen schaffen. Für diesen Zeitraum konzentriert sich die Nachfrage neben Spanien und Zypern auch auf Fern- und Ganzjahresziele wie Ägypten und Tansania, wo das Preisniveau im Saisonverlauf vergleichsweise stabil bleibt. Die Entwicklung spiegelt einen allgemeinen Trend im mitteleuropäischen Quellmarkt wider, bei dem Reiseveranstalter ihre Kapazitäten und Flugkontingente bis weit in den Spätherbst aufrechterhalten.
Branchenbeobachter merken jedoch an, dass die Preisersparnisse stark von der Verfügbarkeit des Flugangebots und den betrieblichen Restriktionen vor Ort abhängen. In zahlreichen Mittelmeerregionen schließen Hotelbetriebe und touristische Infrastrukturen ab Ende Oktober, was die Auswahl an Unterkünften einschränkt. Zudem erhöhen die volatilen Kerosinpreise und angepasste Sitzplatzkapazitäten der Fluggesellschaften den Druck auf die Margen der Reiseveranstalter, wodurch kurzfristige Rabatte in einzelnen Destinationen schwanken können.