VW Golf GTI (Foto: Chris Osmond/Unsplash).
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ÖAMTC-Untersuchung bestätigt kritische Schwelle bei Winterreifenprofilen

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Der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) hat gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen eine vergleichende Untersuchung zum Verschleißverhalten von Winterreifen durchgeführt.

Die Tests bestätigen die Praxisrelevanz der in Österreich gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe von vier Millimetern für Winterreifen. Nach den Ergebnissen der Prüfingenieure verlieren Reifen ab dieser Schwelle messbar an Sicherheitsreserven. Während die gesetzliche Regelung in Deutschland lediglich eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern verlangt, zeigt die Messreihe, dass der Leistungseinbruch bereits bei vier Millimetern Restprofil einsetzt.

Für die Untersuchung testeten die Experten fünf gängige Winterreifenmodelle verschiedener Preissegmente im Neuzustand sowie mit künstlich auf vier und zwei Millimeter abgefahrenem Profil. Entgegen weitverbreiteter Annahmen traten die gravierendsten Einbußen bei der Fahrstabilität und beim Bremsweg nicht auf verschneiter oder vereister Fahrbahn auf, sondern bei Regennässe und Aquaplaning. Bei vier Millimetern Restprofil sank die Wasserverdrängungskapazität im Durchschnitt um bis zu 25 Prozent gegenüber dem Neuzustand. Bei einem Restprofil von zwei Millimetern verringerte sich die Abflussleistung der Profilrillen um mehr als 50 Prozent, was das Risiko des Aufschwimmens auf feuchter Fahrbahn deutlich erhöht.

ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl verweist darauf, dass die feinen Lamellen von Winterreifen primär für die Haftung auf Schnee konstruiert sind und mit abnehmender Profiltiefe deutlich weniger Wasser ableiten können als Sommerreifen mit breiten Längsrillen. Die Messungen verdeutlichen zudem, dass hochwertige Premiumreifen den physischen Verschleiß nicht durch fortschrittliche Gummimischungen kompensieren können. Selbst Modelle der oberen Preisklasse verloren bei nachlassender Profiltiefe ihre Leistungsvorteile gegenüber Neureifen aus dem Budgetsegment.

Verbraucherschützer und Mobilitätsexperten werten die Studienergebnisse als Beleg für die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen durch die Fahrzeughalter. Gleichzeitig steht die Reifenindustrie vor der Herausforderung, Reifenkonstruktionen zu entwickeln, deren Wasserverdrängungseigenschaften über den gesamten Lebenszyklus hinweg stabil bleiben. Für Autofahrer bedeutet die physikalische Abnutzung jedoch, dass Reifenwechsel oft deutlich vor Erreichen der absoluten Verschleißgrenze eingeplant werden müssen, was mit entsprechenden laufenden Betriebskosten für Fahrzeughalter verbunden ist.

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