Der Zahlungsdienstleister Global Payments Österreich verzeichnete im Juli und August 2026 an seinen Akzeptanzterminals ein Ausgabenvolumen von 203 Millionen Euro durch ausländische Feriengäste.
Dies entspricht einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und einem Zuwachs von mehr als elf Prozent im Vergleich zu 2024. Parallel dazu stieg die Gesamtzahl der erfassten Kartentransaktionen im Sommerreiseverkehr um zehn Prozent auf 3,46 Millionen Abwicklungen. Die Daten verdeutlichen eine sinkende Hemmschwelle bei der Nutzung bargeldloser Zahlungsmittel auch für kleinteilige Rechnungsbeträge im Gastgewerbe und Einzelhandel.
Mit einem Ausgabenanteil von 94,7 Millionen Euro bildeten Urlauber aus Deutschland den stärksten Einzelmarkt im bargeldlosen Zahlungsverkehr, gefolgt von Niederländern mit 13,2 Millionen Euro und Gästen aus den USA mit 7,4 Millionen Euro. Hohe Zuwachsraten bei den Kartenausgaben registrierte der Zahlungsabwickler zudem bei Reisenden aus mittel- und osteuropäischen Staaten. So stieg das Transaktionsvolumen ungarischer Feriengäste seit 2024 um rund 45 Prozent auf 3,76 Millionen Euro. Laut Auswertungen von Global Payments und der Erste Bank gewinnt neben physischen Zahlkarten das mobile Bezahlen mittels Smartphone und Smartwatch im Tourismussektor weiter an Marktanteilen.
Die kontinuierliche Verschiebung vom Bargeld zu digitalen Bezahlverfahren spiegelt den Strukturwandel in den europäischen Reisegebieten wider. Während Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe durch die breite Akzeptanz von Debit-, Kredit- und Mobilkonten Bearbeitungszeiten an den Kassen verkürzen können, erfordert die Infrastruktur laufende Investitionen in moderne POS-Terminals und Schnittstellen. Für die Händler entstehen durch die Abwicklung bargeldloser Zahlungen prozentuale und fixe Transaktionsgebühren, die bei geringen Rechnungsbeträgen die Margen im Dienstleistungssektor belasten.
Branchenexperten betonen, dass die Daten eines einzelnen Terminalanbieters nur einen Teilabschnitt der Gesamtausgaben im österreichischen Tourismus abdecken. Zudem stehen Händler vor der Herausforderung, die Gebührenstrukturen der unterschiedlichen Kartensysteme und Abwicklungsnetzwerke im Blick zu behalten. Der Trend zu mobilen Endgeräten verstärkt zwar den Bezahlkomfort für internationale Urlauber, erhöht jedoch gleichzeitig die Abhängigkeit der lokalen Betriebe von globalen Finanz- und Technologiekonzernen.