Die österreichischen Luftstreitkräfte verlegen im September 2026 für zwei Zeiträume Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter Typhoon an den Flughafen Klagenfurt.
Die Maschinen des Überwachungsgeschwaders rücken am Freitag, 11. September 2026, an und verbleiben bis Montag, 14. September 2026, am Kärntner Zivilflughafen. Ein zweiter Einsatzzeitraum ist vom 25. bis 28. September 2026 terminiert. Der Flughafen Klagenfurt dient damit zum 18. und 19. Mal als Ausweich- und Abrollplatz für die Abfangjäger des Bundesheeres. Nach Abschluss der jeweiligen Abschnitte kehren die Luftfahrzeuge zu ihrem Heimatstützpunkt, dem Fliegerhorst Hinterstoisser im steirischen Zeltweg, zurück.
Während der Tage in Klagenfurt führen die Piloten ausschließlich scharfe Einsätze zur aktiven Luftraumüberwachung durch, sogenannte Abfangeinsätze der Kategorie „Priorität Alpha“. Diese Bereitschaftsstufe wird ausgelöst, wenn zivile oder militärische Luftfahrzeuge ohne Funkkontakt den österreichischen Luftraum durchfliegen oder keine gültige Einfluggenehmigung vorliegt. Ausbildungs- und Trainingsflüge sind ab Klagenfurt nicht angesetzt. Die Verlegungen selbst dienen dem Militär jedoch dazu, die Verlegeverfahren des Bodengeräts zu testen sowie das Personal und die Infrastruktur am Hauptstandort Zeltweg zeitweise zu entlasten.
Die Nutzung ziviler Infrastruktur für militärische Aufgaben gehört zum Standardkonzept der österreichischen Luftstreitkräfte zur Aufrechterhaltung der Souveränität im Luftraum. Neben Klagenfurt werden bei Bedarf auch andere Zivilflugplätze wie Hörsching bei Linz oder Graz als Ausweichbasen herangezogen, um bei Bahnreparaturen oder schlechten Witterungsbedingungen in Zeltweg die lückenlose Abfangbereitschaft zu sichern. Das Zusammenspiel zwischen dem zivilen Flugbetrieb der Klagenfurter Flughafen-Betriebsgesellschaft und den militärischen Einheiten erfordert eine präzise Abstimmung der Start- und Landeslots mit der zivilen Flugsicherung Austro Control.
Kritiker verweisen jedoch darauf, dass temporäre Verlegungen an zivile Regionalflughäfen mit zusätzlichen Logistik- und Treibstoffkosten verbunden sind, da Bodengerät und Instandhaltungspersonal auf der Straße verlegt werden müssen. Zudem führt der Einsatz von militärischem Strahlenfluggerät auf zivilen Flughäfen zu punktuellen Lärmbelastungen für die Anwohner im Einzugsbereich der Landebahn. Die Beibehaltung dieser Ausweichkonzepte unterstreicht die verbleibenden Kapazitätsgrenzen am Hauptstandort Zeltweg bei einer anhaltend hohen Einsatzbelastung der Flotte.