Die On-Demand-Fluggesellschaft Vini hat den Erstflug von ihrer Basis am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden in Richtung Hauptstadtregion absolviert.
An Bord der Chartermaschine befanden sich Vertreter aus Politik, regionaler Wirtschaft und der Luftfahrtbranche. Der Sonderflug bildete die Vorbereitung für die Aufnahme eines regulären Linienbetriebs, der ab dem 9. Oktober 2026 mit drei wöchentlichen Umläufen zwischen der Region Baden und dem Großraum Berlin angeboten werden soll. Das Betriebskonzept beruht auf einer flexiblen, nachfrageorientierten Flugplanung für Geschäftsreisende.
Die operative Durchführung des Premierenflugs übernahm die Regionalfluggesellschaft Private Wings mit einem zweimotorigen Turboprop-Flugzeug vom Typ Dornier 328. Je nach Auslastung, Routenführung und benötigter Kapazität soll der Operating Partner auch bei künftigen Verbindungen im Streckennetz von Vini zum Einsatz kommen. Der Erstflug wurde zum Flughafen Berlin Brandenburg (BER) umgeleitet, da weitreichende Luftraum-Beschränkungen im Zuge des Staatsbesuchs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die ursprüngliche Anfluggenehmigung beeinflussten. Die regulären Flüge ab Oktober sollen planmäßig auf dem Flugplatz Berlin-Schönhagen abgewickelt werden.
Mit der Einbindung von Berlin-Schönhagen wählt der Anbieter ein Modell abseits der großen Verkehrsfuhghäfen, um bodengebundene Zeiten bei der Passagierabfertigung zu verkürzen. Kleinere Regionalflugplätze bieten kürzerer Wege für Passagiere und geringere Landegebühren, verlangen von den Fluggästen jedoch eine eigenständige Weiterreise im Nahverkehr in das Berliner Stadtzentrum. Das Angebot schließt eine Lücke im regionalen Punkt-zu-Punkt-Verkehr, nachdem klassische Linienfluggesellschaften innerdeutsche Verbindungen auf Kurzstrecken in den vergangenen Jahren spürbar reduziert haben.
Branchenanalysten sehen in bedarfsorientierten Nischenmodellen mit Turboprop-Gerät eine Möglichkeit für Regionalflughäfen, entfallene Linienkapazitäten zu kompensieren. Die Wirtschaftlichkeit des Konzepts hängt jedoch stark davon ab, ob auf der Route eine ausreichend hohe und konstante Auslastung durch Firmenkunden erzielt werden kann. Da die Ticketpreise auf dezentralen Routen mit kleinerem Fluggerät meist über den Tarifen klassischer Fluggesellschaften liegen, muss sich zeigen, ob die Zeitersparnis bei den Abfertigungsprozessen den höheren Kostenaufwand für die Unternehmen dauerhaft rechtfertigt.