Die ägyptische Staatsairline Egyptair plant für Anfang 2027 die Aufnahme einer wiederkehrenden Flugverbindung von ihrem Drehkreuz Kairo zum Flughafen Sydney.
Die Fernverbindung soll mit einem Zwischenstopp am Flughafen Changi in Singapur durchgeführt werden, da die Streckendistanz zwischen Nordafrika und Australien eine direkte Zwischenlandung erforderlich macht. Nach Angaben aus Branchenkreisen kommt auf der Route der modernisierte Airbus A350-900 zum Einsatz. Egyptair hatte Strecken nach Australien zuletzt vor rund einem Vierteljahrhundert bedient, bevor die Verbindungen im Zuge von Netzbereinigungen eingestellt wurden.
Der eingesetzte Flugzeugtyp Airbus A350-900 wird bei Egyptair in einer Zwei-Klassen-Konfiguration betrieben. Die Kabinenausstattung umfasst 30 Sitzplätze in der Business Class mit direktem Zugang zum Gang sowie 310 Plätze im Bereich der Economy Class. Bislang ist unklar, ob das Unternehmen von den zuständigen Behörden Fünfte-Freiheit-Rechte erhalten wird. Diese Lizenz würde es der Fluggesellschaft erlauben, Passagiere und Fracht ausschließlich auf dem Teilabschnitt zwischen Singapur und Sydney zu befördern, was für die Auslastung der Flüge von entscheidender Bedeutung ist. Auch der exakte Termin für den Erstflug sowie die wöchentliche Flugfrequenz stehen derzeit noch nicht fest.
Mit dem geplanten Angebot versucht Egyptair, den Transferverkehr zwischen Europa, dem Nahen Osten und Australien über das eigene Drehkreuz in Kairo stärker abzuschöpfen. In diesem Segment konkurriert die Fluggesellschaft direkt mit etablierten Netzwerkgesellschaften aus der Golfregion sowie asiatischen Drehkreuz-Carriern. Zudem bedient die Fluggesellschaft über das Star-Alliance-Netzwerk Umsteigeverbindungen für Reisende aus dem europäischen Raum. Ein Zwischenstopp in Singapur ermöglicht darüber hinaus die Anbindung an operative Partner im asiatisch-pazifischen Raum.
Branchenanalysten weisen jedoch auf erhebliche betriebswirtschaftliche Risiken bei der Wiederaufnahme von Ultra-Langstrecken nach Ozeanien hin. Der Betrieb einer Route über Singapur nach Sydney verursacht hohe operative Kosten für Treibstoff, Crew-Unterbringungen und Flughafengebühren an zwei ausländischen Drehkreuzen. Ohne die Genehmigung von Verkehrsrechten für die Teilstrecke zwischen Singapur und Australien hängt der wirtschaftliche Erfolg der Verbindung rein von der Passagiernachfrage zwischen Ägypten und Australien ab, was die Erreichung kostendeckender Ticketpreise erschweren könnte.