Am 5. September 2026 veranstaltete das Schifffahrtsunternehmen DDSG Blue Danube die Themenfahrt Sommernachtstraum auf der Donau. Die Abendfahrt führte von Wien stromaufwärts bis nach Tulln an der Donau, wo die Passagiere das traditionelle Großfeuerwerk im Rahmen der dortigen Gartenmesse vom Freideck der Schiffe aus verfolgen konnten.
Für diesen Anlass setzte das Unternehmen gleich drei Fahrgastschiffe seiner Flotte ein: die MS Admiral Tegetthoff, die MS Vienna sowie die MS Kaiserin Elisabeth. Das Angebot umfasste eine mehrstündige Schiffspassage, ein abendliches Buffet sowie ein Unterhaltungsprogramm an Bord. Das Highlight war wohl das große Feuerwerk, das von der Donau aus beobachtet werden konnte. Dieses wurde im Rahmen der Gartenmesse Tulln gezeigt und hat daher mit der DDSG nichts zu tun.
Flottenübersicht und technische Daten der eingesetzten Passagierschiffe
Die drei zum Sommernachtstraum eingesetzten Einheiten weisen unterschiedliche Baujahre, Kapazitäten und technische Parameter auf. Das Flaggschiff der Flotte, die MS Admiral Tegetthoff, wurde 1987 auf der Österreichischen Schiffswerften AG (ÖSWAG) in Linz erbaut. Das Schiff ist 63,40 Meter lang, 9,80 Meter breit und verfügt über einen Tiefgang von etwa 1,40 Metern. Die Antriebsleistung von zwei Dieselmotoren ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 22 Kilometern pro Stunde. Die MS Admiral Tegetthoff bietet Platz für bis zu 600 Passagiere, wobei bei Buffetveranstaltungen die Innensitzplätze auf rund 300 Personen begrenzt sind.

Die MS Vienna stellt eine weitere Säule der Donau-Passagierschifffahrt dar. Sie wurde 1998 ebenfalls in Österreich auf der Werft in Linz gefertigt. Mit einer Länge von 56,00 Metern und einer Breite von 7,50 Metern fällt sie etwas kompakter aus als die MS Admiral Tegetthoff. Das Schiff erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von ca. 20 Kilometern pro Stunde und fasst maximal 400 Passagiere, mit Innenraumkapazitäten für etwa 200 Speisegäste. Im Laufe ihres Betriebs wurde die MS Vienna modernisiert, um den Anforderungen des Event- und Ausflugsverkehrs im Wiener Raum zu entsprechen. Die heutige MS Vienna war vormals für Brandner Schiffhart als MS Austria Princess im Einsatz. Nebst diesem Schiff hat die DDSG vor einiger Zeit auch die MS Austria übernommen.

Als drittes Schiff ergänzte die MS Kaiserin Elisabeth den Konvoi. Dieses Schiff blickt auf eine wechselvolle Geschichte und verschiedene Voreigentümer zurück. Ursprünglich 1987 als MS Kevin auf der Schiffswerft Klinkhammer in Speyer am Rhein gebaut, stand der Doppelrumpfbau später unter verschiedenen Namen und Betreibern im Einsatz, unter anderem für die Donau-Schiffahrts-Gesellschaft Wurm & Köck sowie die Schifffahrtszentrum Niederösterreich GmbH. Die MS Kaiserin Elisabeth ist 57,00 Meter lang, 8,50 Meter breit und wird von zwei Hauptmotoren angetrieben, die eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 28 Kilometern pro Stunde erlauben, womit sie das schnellste der drei Schiffe im Konvoi war. Ihre Gesamtkapazität liegt bei etwa 400 Personen.

Unterhaltungsprogramm und Ablauf auf den drei Schiffen
Der Ablauf der Abendfahrt war auf allen drei Einheiten zeitlich synchronisiert. Nach dem Ablegen an den Wiener Anlegestellen Reichsbrücke beziehungsweise Nußdorf am späten Nachmittag führte die Route durch den Wienerwald-Durchbruch und die Landschaft des Tullnerfeldes. Zur Gestaltung der mehrstündigen Anfahrt bot die Reederei auf den Schiffen unterschiedliche musikalische und künstlerische Programmpunkte. Der Hauptunterschied bestand darin, dass die MS Vienna aufgrund der geringeren Fahrgeschwindigkeit eine Stunde vor der Tegetthoff und der Elisabeth abgelegt hat und in etwa 30 Minuten später zurückgekehrt ist.
Auf der MS Admiral Tegetthoff bildete eine Live-Band den Schwerpunkt der Unterhaltung, die ein Spektrum aus Schlager, Pop und Tanzmusik darbot. An Bord der MS Vienna sorgte eine Sängerin mit dezenten Hintergrundklängen während des Abendessens für Stimmung, während die MS Kaiserin Elisabeth ein gemischtes Programm aus DJ-Musik und Moderation präsentierte. Das Showangebot richtete sich vornehmlich an ein älteres Publikum sowie an Familien. Stellenweise wirkte die akustische Beschallung in den geschlossenen Decksbereichen produktionsbedingt recht dominant, was ruhige Unterhaltungen an den Tischen zeitweise erschwerte.
Inszenierung des Großfeuerwerks vor der Kulisse von Tulln
Gegen 21:00 Uhr erreichten die drei Schiffe den vorgesehenen Liegebereich auf der Donau auf Höhe des Messegeländes in Tulln. Dort findet jährlich die Internationale Gartenbaumesse statt, deren samstäglicher Höhepunkt ein pyrotechnisches Schauspiel bildet. Die Kapitäne richteten die Einheiten nebeneinander im Strom aus, um den Passagieren auf den Freidecks eine freie Sicht auf das Nordufer zu ermöglichen.
Das rund zwanzigminütige Feuerwerk wurde von der Messeorganisation synchron zu Musikstücken choreografiert und vom Uferbereich aus gezündet. Die Positionierung der Schiffe mitten auf dem Strom bot den Gästen einen ungestörten Blickwinkel auf die Effekte. Nach Beendigung des Pyrospektakels drehte der Schiffskonvoi und trat die Talfahrt zurück in Richtung Wien an.
Kulinarisches Angebot durch Donaucatering und Preisgestaltung bei den Getränken
Das kulinarische Angebot im Rahmen der Fahrt Sommernachtstraum wurde im Buffetform bereitgestellt. Für die Verpflegung zeichnete das Unternehmen JP Donaucatering verantwortlich, das als exklusiver Gastronomiepartner der DDSG Blue Danube die Gastronomie auf den Schiffen betreibt. Die Inhaberfamilie führt das Cateringunternehmen seit mehreren Jahren und versorgt sowohl den Linien- als auch den Charterbetrieb der Reederei.
Das Abendbuffet umfasste eine Auswahl an kalten Vorspeisen, verschiedenen Hauptgerichten – darunter klassische österreichische Fleischgerichte sowie vegetarische Optionen – und ein abschließendes Dessertangebot. Die Qualität und Präsentation der Speisen entsprachen den Standards der gehobenen Eventgastronomie im Schifffahrtssektor. Nachlegende Runden stellten sicher, dass das Buffet auch bei hoher Auslastung ausreichend bestückt blieb.
Kritisch anzumerken ist jedoch die Getränkeregelung: Sämtliche Konsumationen von Antialkoholika, Bier, Wein oder Heißgetränken waren nicht im Fahrpreis enthalten. Diese mussten von den Gästen beim Servicepersonal separat bezahlt werden. Darauf wird aber bei der Buchung ausdrücklich hingewiesen. Das Preisniveau lag leicht unter dem Durchschnitt der Wiener Gastronomie.
Gelungene Ausfahrten zum Feuerwerk
Die Fahrpreise für den Sommernachtstraum am 5. September 2026 lagen je nach Schiff und Buchungskategorie zwischen 69 Euro und 99 Euro pro Person. In diesem Betrag enthalten waren die reine Schiffspassage, das Sitzplatzkontingent im Innenbereich sowie das warme und kalte Abendbuffet.
Die technische und logistische Durchsetzung der Fahrt mit drei Schiffen sowie die Koordination der Ankunft zum Feuerwerk in Tulln verliefen reibungslos. Die Schiffe MS Admiral Tegetthoff, MS Vienna und MS Kaiserin Elisabeth präsentierten sich in einem gepflegten Zustand, und das Gastronomiekonzept von JP Donaucatering bot eine solide kulinarische Basis für den Abend. Das gebotene Feuerwerk stellte den erwarteten Höhepunkt der Reise dar.
Demgegenüber steht ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das durch die Nebenkosten für Getränke getrübt wird. Für Familien oder größere Gruppen summierten sich die Gesamtausgaben durch die Zusatzrechnungen der Bordgastronomie rasch auf ein beträchtliches Niveau. Das war aber im Vorfeld bekannt und Getränkepauschalen bieten DDSG bzw. JP Donaucatering derzeit nicht an.

Blick auf die Donau (Foto: Aviation.Direct). 
MS Vienna (Foto: Aviation.Direct). 
MS Vienna (Foto: Aviation.Direct). 
MS Kaiserin Elisabeth und MS Vienna (Foto: Aviation.Direct). 
MS Vienna (Foto: Aviation.Direct). 
Österreich-Flagge (Foto: Aviation.Direct). 
Sitzgelegenheit auf der MS Vienna (Foto: Aviation.Direct).





