Flughafen Linz (Foto: René Steuer).
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Land Oberösterreich will Flughafen Linz komplett übernehmen und später privatisieren

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Die Stadt Linz beabsichtigt, ihren 50-Prozent-Anteil am Flughafen Linz an das Land Oberösterreich zu übertragen. Durch diesen Schritt würde das Land Oberösterreich vorübergehend zum Alleineigentümer der Infrastruktureinrichtung werden, bevor in einem nachgelagerten Schritt private Investoren eingebunden werden sollen.

Diese geplante Eigentümerübernahme trifft im oberösterreichischen Landtag auf politische Diskussionen. Die Landtagsfraktion der Grünen fordert vor dem Abschluss rechtlich bindender Verträge die vollständige Offenlegung aller finanziellen Kennzahlen, Gutachten und Haftungsrisiken sowie die Festlegung eines langfristigen Betriebskonzepts. Hintergrund der Debatte sind prognostizierte operative Verluste, anstehende Sanierungsmaßnahmen an der Bahninfrastruktur und die kritische Bewertung des Unternehmenswerts durch den Landesrechnungshof sowie externe Sachverständige.

Finanzielle Rahmenbedingungen und Prognosen des Landesrechnungshofes

Die wirtschaftliche Situation des Flughafens Linz ist seit längerer Zeit Gegenstand finanzieller Überprüfungen. Der Landesrechnungshof Oberösterreich hat in einem Bericht Ende 2025 die Erstellung und Vorlage einer langfristigen Ausrichtung für das Unternehmen an den Landtag angemahnt. Nach den Berechnungen der Prüfinstanz ergibt sich für den Flughafen bis zum Jahr 2035 ein zusätzlicher öffentlicher Finanzbedarf, der je nach Szenario zwischen 27,6 Millionen Euro und 45 Millionen Euro liegt. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 wird mit einem operativen Defizit von rund neun Millionen Euro gerechnet.

Neben dem laufenden Betriebsergebnis belasten künftige Investitionen und rechtliche Risiken die Bilanz. Medienberichten zufolge weist ein im Auftrag der Stadt Linz erstelltes Gutachten einen negativen Unternehmenswert aus, während der theoretische Liquidationswert im Falle einer Schließung lediglich auf zwei bis vier Millionen Euro beziffert wird. In diesen Berechnungen sind anstehende Sanierungsarbeiten an der Start- und Landebahn sowie potenzielle Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit Verunreinigungen von Brunnenwasser auf den angrenzenden Grundstücken noch nicht vollumfänglich enthalten.

Kritik an der Übernahmestrategie des Landes Oberösterreich

Aus den Reihen der Opposition im oberösterreichischen Landtag kommt deutliche Kritik an der zeitlichen Abfolge der Übernahmeschritte. Severin Mayr, Klubobmann der Grünen im Landtag, mahnt an, dass wesentliche Grundsatzentscheidungen getroffen würden, bevor ein schlüssiges Gesamtkonzept vorliege. Dass Landeshauptmann Thomas Stelzer angekündigt habe, ein neu einzusetzendes Management solle erst nach dem Vollzug der Übernahme eine Positionierung ausarbeiten, greife nach Ansicht der Kritiker zu kurz.

Severin Mayr verweist in diesem Zusammenhang auf frühere Entscheidungen am Flughafen Linz. Bereits die finanzielle Unterstützung der Flugverbindung nach Frankfurt am Main, die mit bis zu 36 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln datiert war, sei erfolgt, ohne dass ein tragfähiges Gesamtkonzept für den Standort vorgelegen habe. Eine Wiederholung dieses Vorgehens beim vollständigen Erwerb des Flughafens müsse vermieden werden. Es wird gefordert, sämtliche Gutachten, die Verteilung der Haftungsrisiken zwischen Stadt und Land sowie die Rolle künftiger privater Teilhaber transparent offenzulegen und dem Landtag als Entscheidungsgrundlage vorzulegen.

Rolle der Privatisierung und Zukunft des Luftverkehrsstandorts

Die Pläne der oberösterreichischen Landesregierung sehen vor, nach dem Erwerb aller Anteile gezielt nach privaten Investoren zu suchen, um den Flughafen betriebswirtschaftlich neu auszurichten und die öffentliche Hand finanziell zu entlasten. Der Flughafen Linz, der neben dem Passagierverkehr auch als Frachtdrehkreuz für die regionale Industrie dient, steht im Wettbewerb mit umliegenden Flughäfen wie Salzburg, Wien oder München.

Der Konflikt um den Flughafendeal verdeutlicht die unterschiedlichen Auffassungen über die öffentliche Daseinsvorsorge und die betriebswirtschaftliche Rentabilität von Regionalflughäfen. Während die Befürworter der Übernahme in der Konsolidierung der Eigentümerstruktur unter dem Land Oberösterreich die Voraussetzung für eine geordnete Neuausrichtung und spätere Investorenbeteiligung sehen, pochen die Kritiker auf eine vollständige Klärung aller finanziellen Altlasten und Folgekosten, bevor öffentliche Gelder für den Anteilsaufkauf eingesetzt werden.

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