
Marktstagnation im Winterhalbjahr: Sitzplatzangebot im deutschen Luftverkehr fällt im europäischen Vergleich zurück
Das Sitzplatzangebot im deutschen Luftverkehr stagniert im kommenden Winterhalbjahr 2026/2027. Nach aktuellen Erhebungen des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) stellen die Fluggesellschaften für den Zeitraum von September 2026 bis Februar 2027 auf Verbindungen von, nach und innerhalb Deutschlands insgesamt 117,6 Millionen Sitzplätze bereit. Dies entspricht einem Nullwachstum gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Der Markt im übrigen Europa wächst im selben Zeitraum hingegen um fünf Prozent und erreicht damit 115 Prozent des Vorkrisenniveaus aus dem Winter 2019/2020. Besonders gravierend zeigt sich das Gefälle bei den europäischen Punkt-zu-Punkt-Fluggesellschaften. Während diese Anbieter im europäischen Ausland ihre Kapazitäten auf 141 Prozent des Niveaus vor der Pandemie ausbauen und dort einen Marktanteil von 43 Prozent halten, liegt ihr Angebot in Deutschland 55 Prozentpunkte darunter. Der Marktanteil der Low-Cost-Carrier im deutschen Luftverkehr verharrt damit bei lediglich 28 Prozent. Als Hauptursache für den verhaltenen Kapazitätsaufbau nennen Branchenverbände die kontinuierlich gestiegenen staatlichen Standortkosten wie die Luftverkehrsteuer, erhöhte Luftsicherheitsgebühren und stiegende Flugsicherungsabgaben. Die verhaltene Entwicklung trifft insbesondere die regionalen Sekundärflughäfen, die stark von der Anbindung durch Direktfluggesellschaften wie Ryanair, Eurowings oder Easyjet abhängen. Mehrere Anbieter haben angekündigt, Fluggeräte an kostengünstigere Standorte im europäischen Ausland zu verlagern, da die Ertragsaussichten an deutschen Flughäfen unter der gegenwärtigen Abgabenlast sinken. Dies führt dazu, dass das Angebot an Direktverbindungen für Geschäfts- und Privatreisende in Deutschland weiter ausdünnt, während die Flugpreise auf verbliebenen Strecken auf hohem Niveau verharren. Luftfahrtanalysten betonen, dass die Entkopplung des deutschen Luftverkehrsmarkts vom europäischen Trend Risiken für die Anbindung des Wirtschaftsstandorts birgt. Während Drehkreuzverbindungen über die Hauptknotenpunkte Frankfurt und München durch








