Eine Verkehrsmaschine auf dem Flug von Paris nach Sofia musste am Mittwochabend eine außerplanmäßige Zwischenlandung am Flughafen Stuttgart einlegen. Grund für den unplanmäßigen Stopp war das aggressive Verhalten eines 20-jährigen Passagiers an Bord des mit 277 Fluggästen besetzten Verkehrsflugzeugs.
Nach Angaben der zuständigen Polizeidirektion Reutlingen befand sich der Mann in einem stark alkoholisierten Zustand und bedrohte den geordneten Flugbetrieb, woraufhin die Flugbegleiter den Passagier noch in der Kabine fixieren mussten.
Nach der Landung auf dem Flughafen Stuttgart wurde der Randalierer von vier Polizeibeamten aus der Maschine eskortiert und in Gewahrsam genommen. Ein auf der Polizeiwache des Flughafens durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,5 Promille. Im Zuge des Polizeieinsatzes wurden zudem zwei Begleitpersonen des Mannes von der Fluggesellschaft von der Weiterbeförderung ausgeschlossen. Während Besatzung und Passagiere an Bord unverletzt blieben, zog sich der 20-Jährige bei der Festnahme und dem Abtransport leichte Verletzungen zu.
Der Festgenommene verbrachte die Nacht im Gewahrsam der Flughafenpolizei, während seine beiden Begleiter nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf freien Fuß gesetzt wurden. Unregelmäßigkeiten durch randalierende Passagiere – im Fachjargon als „Unruly Passengers“ bezeichnet – stellen die zivile Luftfahrt zunehmend vor operative und finanzielle Herausforderungen. Die Ausweichlandung in Stuttgart führte für die verbleibenden Passagiere zu einer mehrstündigen Verspätung sowie zu zusätzlichen Betriebskosten für die betroffene Fluggesellschaft.
Luftfahrtexperten und Sicherheitsbehörden verweisen darauf, dass Zwischenfälle dieser Art trotz strenger Vorschriften beim Ausschank von Alkohol an Bord und an den Abfluggates im europäischen Luftraum regelmäßig vorkommen. Neben den unmittelbaren Kosten für Kerosin, Ausweichlandegeschwüre und Bodenabfertigung drohen den Verursachern zivilrechtliche Schadenersatzforderungen der Airlines sowie strafrechtliche Konsequenzen wegen Gefährdung des Luftverkehrs. Der Fall verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen der Durchsetzung von Sicherheitsstandards an Bord und den rechtlichen Mitteln des Kabinenpersonals bei akut aggressiven Fluggästen.