Die in Dubai ansässige Fluggesellschaft Flydubai startet zum 1. Oktober 2026 eine eigenständige Frachtersparte mit dedizierten Cargo-Flugzeugen.
Im Rahmen eines Wet-Lease-Abkommens mit dem Anbieter SolitAir übernimmt die Airline drei Frachtmaschinen des Typs Boeing 737-800BCF in ihre Flotte. Die Frachter werden am Flughafen Dubai-World Central (DWC) im Areal Dubai South stationiert. Mit einer zusätzlichen Nutzlast von 23 Tonnen pro Flug ergänzen die Maschinen die bisherige Laderaumkapazität (Belly-Hold) in den Unterdecks der bestehenden Flotte aus 98 Boeing 737-Passagierflugzeugen.
Die Verlegung der reinen Frachtoperationen an den Flughafen DWC ermöglicht der Cargo-Sparte des Unternehmens die Nutzung spezialisierter Infrastruktur sowie die Abwicklung von Sonderfracht. Das erweiterte Angebot umfasst Transportmöglichkeiten für Pharmaprodukte, verderbliche Waren, Lebendtiere, Gefahrgut sowie Luftfahrtsonderkomponenten. Über das bestehende Streckennetz von mehr als 125 Zielen bedient Flydubai Märkte in Nord- und Ostafrika, Zentralasien, dem Kaukasus, Südosteuropa, den Golfstaaten sowie Süd- und Südostasien.
Die Einflottung der drei Mittelstreckenfrachter bildet die erste Phase eines längerfristigen Kapazitätsausbaus im Frachtsegment, um die erhöhte Nachfrage im vierten Quartal abzudecken. In späteren Schritten plant das Unternehmen eine Erweiterung der Transportkapazitäten durch die Auslieferung von 30 bestellten Passagierflugzeugen des Typs Boeing 787 Dreamliner ab den späten 2020er Jahren. Zudem prüft das Management für den Zeitraum ab 2029 den Umbau eigener Passagiermaschinen zu Frachtflugzeugen (Passenger-to-Freighter Retrofit).
Luftfahrtanalysten verweisen darauf, dass der Schritt von Flydubai in den Markt für Hauptdeck-Luftfracht eine Reaktion auf das veränderte Handelsaufkommen und den wachsenden E-Commerce-Sektor in der Golfregion ist. Durch die Aufstellung einer Frachterflotte tritt die Airline in direkte Konkurrenz zu etablierten Anbietern von Regionalfracht im Nahen Osten. Der wirtschaftliche Erfolg des Projekts hängt dabei maßgeblich von einer gleichmäßigen Auslastung der Maschinen auf den Rückflügen aus den Zielregionen ab, da Frachtströme auf Nebenstrecken häufig einseitig verlaufen.