Die kroatische Nationalfluggesellschaft Croatia Airlines plant für die Sommersaison 2027 eine Ausweitung ihrer Flugkapazitäten im regionalen Streckennetz durch den verstärkten Einsatz gemieteter Turboprop-Flugzeuge. Nach derzeit vorliegenden Flugplandaten beabsichtigt die Fluggesellschaft, ein zweites Luftfahrzeug vom Typ ATR im Wege des sogenannten Wet-Lease-Verfahrens anzumieten.
Als Partner für diese Kapazitätserweiterung steht die kroatische Fluggesellschaft ETF Airways im Fokus, die ihre eigene Turboprop-Flotte weiter ausbaut. Durch den Einsatz des zusätzlichen Flugzeugs verdoppelt sich das geplante Flugvolumen von Croatia Airlines mit diesem Flugzeugtyp im Vergleich zur Sommersaison 2026, berichtet Ex-Yu-Aviation.com. Diese Maßnahme dient dazu, schwächer ausgelastete Regionalstrecken effizient zu bedienen, während die eigene Kernflotte der Airline schrittweise auf den einheitlichen Flugzeugtyp Airbus A220 umgestellt wird.
Verdopplung des Flugangebots mit ATR-Flugzeugen im Sommerflugplan 2027
Der aktuelle Flugplan für die Sommersaison 2027 verdeutlicht das veränderte Einsatzkonzept der Fluggesellschaft. Für den Monat Juli 2027 hat Croatia Airlines insgesamt 544 Flüge mit Maschinen des Typs ATR eingeplant. Dies entspricht einem Angebot von 38.080 Sitzplätzen auf den betroffenen Verbindungen und bedeutet eine Steigerung um genau 100 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Juli 2026.
Der Hauptteil der Flüge mit dem Turboprop-Gerät konzentriert sich auf das Drehkreuz am Flughafen Zagreb. Die am häufigsten bediente Strecke mit diesem Flugzeugtyp ist die Verbindung zwischen der kroatischen Hauptstadt und Sarajevo. Darüber hinaus sind von Zagreb aus Flüge nach München, Wien und Zürich mit der ATR eingeplant. Auf innerkroatischen Routen sowie im regionalen Nachbarland wird das Muster zwischen Zagreb und Dubrovnik, Mostar, Pula, Split sowie Zadar eingesetzt.
Ergänzende Streckenführungen außerhalb des Drehkreuzes Zagreb
Neben der Anbindung der Hauptstadt beinhaltet die Planung für den Sommer 2027 den Einsatz der Turboprop-Maschinen auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen abseits des zentralen Drehkreuzes. Die aktuellen Flugplandaten sehen den Einsatz der ATR auf den Strecken von München zu den regionalen Flughäfen Osijek und Rijeka vor. Zudem ist die Küstenverbindung zwischen Pula und Zadar für diesen Flugzeugtyp vorgesehen.
Ein kleinerer Teil des Flugprogramms betrifft die internationale Verbindung zwischen Dubrovnik und Rom, auf der ebenfalls einzelne Umläufe mit dem Turboprop-Gerät eingeplant sind. Da der Sommerflugplan 2027 noch Anpassungen unterliegt, können bis zum Beginn der Flugperiode noch operative Änderungen an den Streckenführungen und Frequenzen vorgenommen werden.
Kooperation mit ETF Airways und Hintergründe der Flottenumstellung
Für die Bereitstellung des zusätzlichen Luftfahrzeugs setzt Croatia Airlines voraussichtlich die Zusammenarbeit mit der inländischen Fluggesellschaft ETF Airways fort. ETF Airways, die bisher vor allem mit Jet-Flugzeugen im Charter- und Wet-Lease-Geschäft tätig war, baut ihr Segment im Bereich der Turboprop-Luftfahrzeuge weiter aus. Im Rahmen einer Wet-Lease-Vereinbarung stellt der Auftragnehmer nicht nur das Flugzeug, sondern auch die Besatzung, die Instandhaltung und die Versicherung zur Verfügung.
Die Anmietung von Turboprop-Maschinen mit geringerer Sitzplatzkapazität erfolgt im Kontext der laufenden Flottenerneuerung von Croatia Airlines. Die Fluggesellschaft befindet sich in einem Prozess zur Vereinheitlichung ihrer eigenen Flotte auf den Flugzeugtyp Airbus A220. Die Umstellung der Stammflotte auf einheitliche Maschinen des Typs A220-100 und A220-300 soll vor dem Beginn der Sommersaison 2027 abgeschlossen sein. Da der Airbus A220 eine deutlich höhere Sitzplatzkapazität aufweist als die bisher genutzten kleineren Turboprop-Flugzeuge vom Typ Dash 8-Q400, bietet das Anmieten von ATR-Flugzeugen der ETF Airways eine Möglichkeit, auch Strecken mit geringerem Passagieraufkommen flexibel zu bedienen.
Wirtschaftliche Einordnung des Kapazitätsmanagements im Regionalverkehr
Der Einsatz von gemieteten Regionalflugzeugen verdeutlicht die Herausforderungen bei der Abstimmung von Flottengröße und Nachfragestruktur im südosteuropäischen Luftverkehrsmarkt. Während Großflugzeuge auf Hauptrouten eine wirtschaftliche Auslastung ermöglichen, erfordern Nebenstrecken und saisonale Verbindungen kleinere Flugzeugeinheiten, um hohe Betriebskosten bei geringer Passagierzahl zu vermeiden.
Durch die Partnerschaft mit ETF Airways lagert Croatia Airlines einen Teil des Auslastungsrisikos im Nischensegment aus und behält gleichzeitig die Präsenz auf Zubringerstrecken bei. Das Flugprogramm zeigt, wie Regionalflugzeuge genutzt werden, um das Streckennetz trotz der Ausrichtung der Kernflotte auf größere Flugzeugmuster abzusichern.