Am 12. September 2026 fand auf dem Gelände des Flughafens Klagenfurt die dritte Ausgabe des sogenannten Airport Night Run statt. Im Rahmen dieser Abendveranstaltung wurde die reguläre Start- und Landebahn des Kärntner Landesflughafens temporär für den regulären Flugverkehr gesperrt und für den Breitensport freigegeben.
Mit insgesamt 1.600 registrierten Teilnehmern verzeichnete die organisatorische Leitung einen neuen Höchststand bei den Anmeldungen, nachdem das ursprünglich vorgesehene Startkontingent aufgrund der Nachfrage im Vorfeld aufgestockt worden war. Die Sportveranstaltung wurde in Kooperation mit der Kärntner Landesinitiative Gesundheit fördern, Kärnten bewegen sowie dem regionalen Radiosender Antenne Kärnten organisiert. Neben der sportlichen Nutzung der luftfahrttechnischen Infrastruktur stand die Generierung von Mitteln für soziale Projekte in der Region im Vordergrund des Veranstaltungskonzepts.
Ablauf des Laufwettbewerbs und funktionale Einbindung der Pisteninfrastruktur
Die zeitliche Ansetzung des Rennens war auf das späte Abendfenster ausgerichtet, um den regulären Flugbetrieb am Flughafen Klagenfurt nicht zu beeinträchtigen. Nach der formellen Freigabe durch die Flugbetriebsleitung und der Absicherung der Pistenbereiche wurde die 5,5 Kilometer lange Rundstrecke auf dem Asphalt der Start- und Landebahn um 21:00 Uhr pünktlich für eine Dauer von 90 Minuten geöffnet. Die Beleuchtung des Rollfeldes und der Pistenrändern diente dabei als visuelle Orientierung für die Läufer, Walkenden und Rollstuhlfahrer.
Im Gegensatz zu klassischen Leichtathletikveranstaltungen verzichteten die Betreiber auf eine Wertung nach Zeiterfassung oder Platzierungen. Obwohl die individuellen Laufzeiten der Akteure elektronisch erfasst wurden, erfolgte keine finale Siegerehrung nach Leistungsdaten. Dieses Konzept zielt darauf ab, breite Bevölkerungsschichten ohne sportlichen Leistungsdruck einzubinden. Die Bewältigung der Distanz war in unterschiedlichen Fortbewegungsarten möglich, was auch Personen mit körperlichen Einschränkungen die Nutzung der Flugfeldinfrastruktur erlaubte.
Einbindung von Landespolitik und Flughafenleitung
Die Nutzung des Flughafengeländes für eine sportliche Großveranstaltung wurde von Vertretern der Kärntner Landesregierung sowie der Leitung der Flughafen Klagenfurt Betriebsgesellschaft begleitet. Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber verwies in seinen Ausführungen auf die Doppelfunktion der Verkehrsinfrastruktur: Neben der primären Aufgabe als Anbindung Kärntens an das internationale Luftverkehrsnetz dient das Flughafenareal als Ausrichtungsort für regionale Gemeinschaftsinitiativen.
Der Geschäftsführer des Flughafens Klagenfurt, Maximilian Wildt, hob die organisatorischen Aspekte der Abwicklung hervor. Die Bereitstellung der sonst streng reglementierten Sicherheitszone des Flugfeldes erfordere spezifische Vorkehrungen im Bereich der Personenkontrolle und Überwachung. Dass das Kontingent im Vorfeld der Veranstaltung vollständig ausgeschöpft wurde, wertete die Betriebsleitung als Beleg für das Interesse an der Nachnutzung von Verkehrsinfrastrukturen abseits des reinen Transportwesens.
Auch Landesrat Peter Reichmann, der in Vertretung von Gesundheitslandesrätin Beate Prettner an dem Lauf teilnahm, betonte die niederschwellige Ausrichtung des Formats. Die Verknüpfung von gesundheitsfördernden Maßnahmen mit einer ungewöhnlichen Kulisse erleichtere die Aktivierung der Bevölkerung, ohne dass wettkampforientierte Barrieren aufgebaut würden.
Gemeinnützige Zweckbindung der Erlöse und Inklusionsförderung
Ein zentraler Bestandteil des Veranstaltungskonzepts betraf die Verwendung der Einnahmen aus den Startgebühren und Begleitaktionen. Der gesamte Reinerlös der diesjährigen Ausgabe des Laufes geht an den gemeinnützigen Verein autArK. Die Inklusionsorganisation ist seit knapp drei Jahrzehnten in Kärnten tätig und unterstützt Menschen mit Benachteiligungen oder Behinderungen bei der beruflichen und gesellschaftlichen Integration.
Andreas Jesse, Geschäftsführer von autArK, erklärte im Rahmen der Geldübergabe, dass die erhaltenen Finanzmittel direkt in Programme zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Begleitung von Menschen mit Behinderungen im ersten Arbeitsmarkt fließen werden. Nach Beendigung des Hauptlaufs auf der Piste um 22:30 Uhr wurde das Rahmenprogramm mit einer Verlosung von Sachpreisen unter allen Startnummern sowie einer Musikveranstaltung im Terminalbereich fortgeführt. Die Übergabe des Flughafengeländes an den regulären Flugbetrieb erfolgte nach Abschluss der Reinigungs- und Kontrollgänge auf der Start- und Landebahn vor dem Beginn des nachfolgenden Tagesflugbetriebs.