Flughafen Linz (Foto: Michael David).
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Flughafen Linz: Übernahme der Anteile der Stadt Linz durch das Land Oberösterreich

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Das Land Oberösterreich übernimmt sämtliche Geschäftsanteile der Stadt Linz am Flughafen Linz-Hörsching und stellt damit die Eigentümerstruktur des regionalen Verkehrsflughafens neu auf. Für einen vorläufigen Kaufpreis von 1,325 Millionen Euro erwirbt das Land den bisher von der Stadt gehaltenen 50-Prozent-Anteil.

Die Vereinbarung, der der oberösterreichische Landtag, der Linzer Gemeinderat sowie die zuständigen Kartellbehörden noch formal zustimmen müssen, markiert das Ende der bisherigen paritätischen Trägerschaft. Ziel der Neuordnung ist es, die Konsolidierung des in Schieflage geratenen Flughafens in eigener Regie voranzutreiben und im Anschluss bis zu 49 Prozent der Anteile an private Investoren zu veräußern. Der Eigentümerwechsel fällt zeitlich mit strukturellen Problemen beim Passagieraufkommen, hohen öffentlichen Subventionen für Linienverbindungen und einem bevorstehenden Wechsel in der Geschäftsführung zusammen.

Vom historischen Höchststand in die Verlustzone

Die wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens Hörsching war über Jahrzehnte hinweg von kontinuierlichem Wachstum geprägt. Im Jahr 2008 verzeichnete der Standort mit mehr als 800.000 Fluggästen seinen bisherigen Passagierrekord. In den Folgejahren und insbesondere mit dem Ausbruch der globalen Pandemie im Jahr 2020 erlebte der zivile Luftverkehr am Standort Linz jedoch einen deutlichen Einbruch. Die rückläufigen Fluggastzahlen führten zu operativen Verlusten, die die finanziellen Reserven der Betreibergesellschaft im Laufe der Zeit aufzehrten.

Im Juni 2025 sahen sich die beiden bisherigen Eigentümer, das Land Oberösterreich und die Stadt Linz, erstmals gezwungen, eine finanzielle Unterstützung in Höhe von insgesamt acht Millionen Euro bereitzustellen. Trotz dieser Kapitalspritze blieb die wirtschaftliche Situation angespannt, da wesentliche Einnahmequellen aus dem Linienflugverkehr weiter wegbrachen. Im Vorjahr lag das Passagieraufkommen bei lediglich rund 260.000 Fluggästen, was einem Bruchteil des einstigen Volumens entspricht.

Einstellung der Verbindung nach Frankfurt und kostspielige Neuausrichtung

Ein wesentlicher Faktor für den weiteren Niedergang der Fluggastzahlen war die Entscheidung der Austrian Airlines (AUA), die traditionsreiche Linienverbindung vom Flughafen Linz zum internationalen Drehkreuz Frankfurt am Main im Oktober 2025 einzustellen. Nach Angaben der Fluggesellschaft war die Strecke aufgrund unzureichender Auslastung nicht mehr profitabel zu betreiben und erwirtschaftete zuletzt ein jährliches Defizit von etwa fünf Millionen Euro. Der Verlust dieser Zubringerstrecke schwächte die Anbindung der oberösterreichischen Wirtschaft an das internationale Streckennetz erheblich.

Um die Anbindung an das Drehkreuz Frankfurt wiederherzustellen, initiierte das Land Oberösterreich eine staatlich geförderte Ausschreibung. Im März 2026 nahm die dänische Fluggesellschaft Danish Air Transport (DAT) die Route zwischen Linz und Frankfurt wieder auf. Die Wiederaufnahme wird durch erhebliche öffentliche Mittel gestützt: Das Land Oberösterreich stellt für einen Zeitraum von vier Jahren bis zu 36 Millionen Euro an Subventionen bereit. Die Nachfrage auf der neu aufgenommenen Strecke entwickelte sich in den ersten Monaten jedoch verhalten; die Auslastung der eingesetzten Maschinen lag im Durchschnitt bei rund einem Drittel der verfügbaren Kapazitäten.

Der Eigentümerwechsel und die geplante Teilprivatisierung

Gegen das Vorhaben weiterer finanzieller Belastungen verständigten sich das Land Oberösterreich und die Stadt Linz im September 2026 auf den Verkauf der städtischen Anteile. Für die Stadt Linz bedeutet der Ausstieg die Abgabe eines defizitären Betätigungsfeldes, während das Land die alleinige politische und finanzielle Verantwortung übernimmt. Der vorläufige Kaufpreis von 1,325 Millionen Euro basiert auf Bewertungsgutachten zum Liquidationswert der Gesellschaft. Der finale Betrag kann noch Anpassungen unterliegen, da zukünftige Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen auf dem Areal eingerechnet werden müssen.

Das Land Oberösterreich plant die Alleineigentümerschaft lediglich als Übergangslösung. Die Landesregierung beabsichtigt, baldmöglichst ein Verfahren einzuleiten, um bis zu 49 Prozent der Anteile an private Investoren abzugeben. Durch den Einstieg privater Teilhaber sollen nicht nur finanzielle Mittel zufließen, sondern auch betriebswirtschaftliches und logistisches Know-how in die Unternehmensführung eingebracht werden, um den Standort wieder in die Gewinnzone zu führen.

Personalwechsel in der Führungsebene und künftige Aufgaben

Parallel zur Umstrukturierung der Eigentümerverhältnisse vollzieht sich ein Wechsel an der Spitze des Unternehmens. Der bisherige Geschäftsführer Norbert Draskovits tritt in den Ruhestand. Spätestens zum Jahreswechsel übernimmt der deutsche Manager Jörg Ebbighausen die alleinige Geschäftsführung der Flughafen Linz GesmbH. Ebbighausen wurde nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren für die Position ausgewählt und verfügt über Erfahrung im europäischen Luftfahrt- und Logistiksektor.

Auf die neue Geschäftsführung warten umfangreiche operative Aufgaben. Neben der Erhöhung der Passagierzahlen im Linien- und Charterverkehr gilt es, die Auslastung der subventionierten Frankfurt-Verbindung zu steigern und das Frachtgeschäft als weiteres Standbein des Regionalflughafens auszubauen. Zudem muss das Management die Voraussetzungen für den geplanten Teilverkauf der Anteile an private Investoren schaffen und das Unternehmen an die sich verändernden Rahmenbedingungen im regionalen europäischen Luftverkehr anpassen.

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