Boeing 767 (Foto: BriYYZ).
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Amazon setzt Zusammenarbeit mit 21 Air aus

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Der Online-Konzern Amazon hat die geschäftliche Zusammenarbeit mit dem US-Frachtunternehmen 21 Air vorerst ausgesetzt. Anlass für diesen Schritt ist der tödliche Unfall von Flug 7598 am 6. September 2026 auf dem internationalen Flughafen von Miami, bei dem eine Boeing 767-300F mit Amazon-Logo rund 400 Meter über das Ende der Landebahn hinausgeraten war.

Die Maschine kollidierte mit zwei Fahrzeugen am Boden, wodurch fünf Menschen starben und fünf weitere teils schwer verletzt wurden. Eine Sprecherin von Amazon erklärte gegenüber dem Sender NPR, man habe die Ermittlungen unterstützt, die Umstände geprüft und daraufhin entschieden, die Flüge mit dem Partnerunternehmen vorübergehend zu stoppen. Bis zu diesem Vorfall betrieb 21 Air acht Flugzeuge des Typs Boeing 767-300F im Auftrag des Logistiknetzwerks von Amazon Air Cargo.

Erste Untersuchungsergebnisse der US-Flugunfallbehörde NTSB auf Basis des Auslesens der Flugschreiber deuten darauf hin, dass dem Abkommen von der Landebahn ein instabiler Anflug vorausging. Die Besatzung leitete erst sehr spät auf der Landebahn einen Durchstartversuch ein, der zudem umgehend wieder abgebrochen wurde. Die detaillierte Auswertung der Flugdaten, der Wetterbedingungen sowie der Kommunikation im Cockpit dauert an. Die Unterbrechung der Partnerschaft trifft 21 Air empfindlich, da der Frachtanbieter einen erheblichen Teil seiner Kapazitäten exklusiv für den Handelskonzern bereitgestellt hatte.

Der Vorfall rückt das Geschäftsmodell von Amazon Air Cargo in den Fokus von Luftfahrtexperten und Regulierungsbehörden. Das Unternehmen agiert ausschließlich als indirekter Luftfrachtbeförderer und besitzt keine eigenen Fluglizenzen oder Maschinen. Das Netzwerk umfasst rund 100 Frachtflugzeuge der Musterserien Boeing 737, 767 sowie Airbus A330, die täglich mehr als 250 Flüge absolvieren. Die operative Durchführungs- und Sicherheitsverantwortung liegt vollumfänglich bei externen Partnergesellschaften wie ATI, ABX, 21 Air, Sun Country oder Cargojet. Kritiker weisen darauf hin, dass diese Aufteilung rechtliche und operative Schnittstellen schafft, bei denen die Überwachung von Sicherheitsstandards und Schulungsanforderungen bei den jeweiligen Zertifikatsinhabern verbleibt, während der Auftraggeber den eng getakteten Flugplan vorgibt.

Für den Logistikarm von Amazon ist der Unfall in Miami bereits der dritte schwere Zwischenfall mit einer Frachtmaschine innerhalb weniger Jahre. Im November 2024 schoss eine Boeing 767-300F der Frachtfluggesellschaft Cargojet in Vancouver aufgrund von Problemen mit den Landeklappen knapp 380 Meter über die Piste hinaus, was ohne Todesopfer ausging. Bereits im Februar 2019 stürzte eine von Atlas Air betriebene Boeing 767 im Anflug auf Houston ab, wobei alle drei Insassen starben. Das NTSB führte jenen Absturz auf menschliches Versagen der Besatzung nach fehlerhafter Steuerungseingabe zurück. Die wiederholten Vorfälle im Auftragsnetzwerk erhöhen den Druck auf die Aufsichtsbehörden, die Sicherheitsaudits und das Zusammenspiel zwischen virtuellen Frachtplattformen und ausführenden Flugbetreibern genauer zu überprüfen.

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