Der globale Anbieter von Expeditionskreuzfahrten HX Expeditions hat sein vollständiges Fahrprogramm für die Saison 2028/2029 präsentiert und in den Verkauf gegeben. Das Portfolio der norwegischen Traditionsmarke zeigt spürbare Anpassungen im Hinblick auf Routenlängen, Einstiegsports und geografische Schwerpunkte.
Neben der Einführung von Starts auf den Falklandinseln für Polarreisen wurden in Regionen wie Alaska und Grönland verkürzte Fahrten konzipiert, die sich an verändertes Kundenverhalten anpassen. Erstmals etabliert das Unternehmen zudem ein eigenes Reiseangebot innerhalb Skandinaviens. Die Anpassungen spiegeln den Versuch wider, veränderte Reisenachfragen bei Logistik und Flexibilität mit anspruchsvollen polaren und subpolaren Expeditionen zu verbinden.
Veränderte Einflugrouten und Fahrpläne für die Antarktis sowie Südgeorgien
Die Antarktis und die Insel Südgeorgien bleiben der zentrale Kernbereich des weltweiten Expeditionscruisings. Im Rahmen des neuen Saisonprogramms setzt HX Expeditions mit dem Hybrid-Schiff Roald Amundsen unter anderem eine 19-tägige Schiffsreise ein, die Fahrten zum antarktischen Kontinent mit Anläufen in Südgeorgien kombiniert. Die Verbindung zweier stark nachgefragter Polarregionen auf einer einzigen Route zielt darauf ab, die Gesamtreisedauer effizienter zu gestalten.
Als nennenswerter logistischer Schritt gilt das Vorhaben, die Falklandinseln wieder verstärkt als direkten Ausgangspunkt für Antarktis-Expeditionen zu nutzen. Nach mehr als zehn Jahren nimmt damit erstmals wieder ein großer Anbieter für Seereisen Fahrten ab dem Hauptort Port Stanley auf. Durch den Start im Südatlantik verkürzen sich die Transitzeiten auf See im Vergleich zu den traditionellen Abfahrten aus dem südamerikanischen Feuerland, was den Passagieren einen längeren Aufenthalt in den Zielgebieten ermöglicht. Voraussetzung hierfür ist eine funktionierende Fluganbindung zur Inselgruppe, die den Transfers der Reisenden gewachsen sein muss.
Fokus auf Zeitersparnis: Kompaktere Formate in Alaska und Grönland
Im Nordpazifik sowie im Nordatlantik rückt das Unternehmen von langwierigen Reisen ab und setzt verstärkt auf kompaktere Formate. In Alaska werden die bisherigen zehn- bis 13-tägigen Touren entlang der bekannten Inside-Passage durch zwei neue Sieben-Nächte-Fahrten zwischen Vancouver und Sitka ersetzt. Diese Struktur sieht bei nur einem reinen Seetag fünf volle Expeditionstage im südöstlichen Teil Alaskas vor. Um auch Kunden anzusprechen, die längere Aufenthalte bevorzugen, lassen sich die Nord- und Südrouten zu einer 15-tägigen Rundreise ab und bis Vancouver verbinden, ohne dass sich Anlaufpunkte überschneiden.
Ähnliche Anpassungen zeigen sich im Grönland-Programm. Eine neu konzipierte Acht-Nächte-Route ab und bis Nuuk verzichtet vollständig auf reine Seetage. Das Programm umfasst dabei Ziele wie die Diskobucht, den von der UNESCO geschützten Ilulissat-Eisfjord sowie die grönländischen Orte Kangaamiut und Maniitsoq. Neben dieser Kurzreise ergänzen eine elftägige Entdeckungsfahrt sowie klassische 15-Tage-Angebote das Programm in den arktischen Gewässern.
Einstieg in das Skandinavien-Geschäft und komplexe Nordwest-Passage
Eine inhaltliche Neuausrichtung stellt das erste eigenständige Skandinavien-Programm von HX Expeditions dar. Bisher dienten die skandinavischen Gewässer meist nur als Transitstrecken für Fahrten in Richtung Spitzbergen oder Nordkap. Mit Routen wie einer 13-tägigen Expedition im Bottnischen Meerbusen zwischen Schweden und Finnland sowie zehntägigen Fahrten durch die norwegischen Fjorde und schwedischen Inselwelten dehnt das Unternehmen sein Expeditionskonzept auf den Ostseeraum und Südskandinavien aus.
Als eines der nautisch anspruchsvollsten Unterfangen im Nordpolargebiet bleibt die Umrundung der Baffin-Insel im nördlichen Kanada im Programm. Die 21-tägige Expedition an Bord der Roald Amundsen führt durch Abschnitte der historischen Nordwest-Passage. Geplant ist dabei unter anderem die Durchfahrung der selten befahrenen Fury-und-Hecla-Straße, deren Passierbarkeit stark von den jeweiligen Eisverhältnissen abhängt.
Ausbau auf Spitzbergen und Ausweitung globaler Überführungsfahrten
Für das Svalbard-Archipel plant der Reiseanbieter für das Jahr 2028 insgesamt 23 Abfahrten. Dies entspricht dem bislang umfangreichsten Angebot des Unternehmens auf Spitzbergen. Die Saison erstreckt sich von den Frühlingsmonaten mit der Mitternachtssonne bis in den Spätsommer im September, wenn erste Nordlichter beobachtet werden können. Das Angebot umfasst reine Spitzbergen-Reisen sowie kombinierte Routen mit Ostgrönland und Island.
Ergänzend zu den Polargebieten wird das ganzjährige Kreuzfahrtprogramm auf den Galapagos-Inseln mit dem Schiff Santa Cruz II fortgeführt. Für die globale Repositionierung der Flotte wurden zudem neun neue Transatlantik- und Transpazifik-Passagen angesetzt. Diese Überführungsreisen verbinden die Einsätze in den Polarregionen und beinhalten Stopps auf den Bermudas, den Kapverdischen Inseln, in Brasilien sowie die Einfahrt über den Fluss Guadalquivir nach Sevilla.