Die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air hat die Bestellung von insgesamt 103 Verkehrsflugzeugen beim US-amerikanischen Flugzeugbauer Boeing rechtsverbindlich abgeschlossen.
Die Vereinbarung, die im Grundsatz bereits im August 2025 angekündigt worden war, umfasst ein Finanzvolumen von 36,2 Milliarden US-Dollar. Die Bestellung setzt sich aus 20 Maschinen des Typs Boeing 777-9, 25 Flugzeugen der Reihe 787-10, 50 Schmalrumpfflugzeugen des Typs 737 Max 10 sowie acht Frachtflugzeugen vom Typ 777-8 F zusammen. Die Auslieferungen sollen schrittweise erfolgen, um die bestehende Flotte zu verjüngen und Kapazitäten auf internationalen Lang- und Mittelstrecken auszubauen.
Zusätzlich zu den Flugzeugrümpfen schloss die Fluggesellschaft Verträge mit den Triebwerksherstellern GE Aerospace und CFM International über insgesamt 8,6 Milliarden US-Dollar ab. Diese Vereinbarungen umfassen die Lieferung von 21 Ersatztriebwerken sowie einen langfristigen Wartungs- und Instandhaltungsvertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren für die Antriebssysteme von 28 Flugzeugen. Damit beläuft sich das Gesamtinvestitionspaket von Korean Air auf 44,8 Milliarden US-Dollar. Der Ausbau der Flotte steht im direkten Zusammenhang mit der laufenden Übernahme und Integration des bisherigen Inlands- und Langstreckenkonkurrenten Asiana Airlines.
Durch die Fusion der beiden größten Fluggesellschaften Südkoreas entsteht ein Luftfahrtverbund, der im asiatisch-pazifischen Raum eine führende Marktposition einnimmt. Die Zusammenlegung erfordert jedoch eine Vereinheitlichung der bisher unterschiedlichen Flottenstrukturen und Streckennetze, um Synergien bei Wartung, Personaleinsatz und Flugplanung zu realisieren. Die Beistellung neuer Großraum- und Schmalrumpfflugzeuge soll es dem Konzern ermöglichen, die gestiegene Nachfrage auf interkontinentalen Routen ab dem Drehkreuz Seoul-Incheon effizienter abzudecken und das Frachtgeschäft auszubauen.
Branchenbeobachter verweisen jedoch auf bestehende Risiken im Zusammenhang mit den Produktions- und Lieferverzögerungen bei Boeing. Insbesondere die Zulassungsprozesse der Typen 777-9 und 737 Max 10 verzögerten sich in der Vergangenheit mehrfach, was die Zeitpläne zahlreicher internationaler Fluggesellschaften beeinträchtigte. Für Korean Air bedeutet der Vollzug der Bestellung eine erhebliche finanzielle Bindung, deren Ertragskraft maßgeblich von der pünktlichen Auslieferung der Maschinen sowie der reibungslosen kartellrechtlichen Abwicklung aller Integrationsschritte von Asiana Airlines abhängt.