Der Flughafen Bremen hat sein Flugprogramm für die bevorstehende Winterflugperiode 2026/2027 veröffentlicht. Das Streckennetz umfasst insgesamt 17 Direktziele im In- und Ausland.
Als Neuzugang nimmt die irische Low-Cost-Fluggesellschaft Ryanair ab dem 25. Oktober 2026 eine zweimal wöchentliche Verbindung nach Lamezia Terme in Süditalien auf, womit der Bremer Airport erstmals seit sechs Jahren wieder eine Direktverbindung nach Italien anbietet. Ergänzend dazu bedienen Urlaubsfluggesellschaften wie SundAir, SunExpress und Eurowings die klassischen Zielgebiete auf den Kanarischen Inseln, den spanischen Festlandküsten sowie an der türkischen Riviera.
Neben dem touristischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr bleibt die Anbindung des norddeutschen Standorts an internationale Drehkreuze ein zentraler Bestandteil der Flugplanung. Der Flughafen ist im Winter mit den Drehkreuzen Amsterdam, Istanbul, München, Wien und Zürich verbunden. So führt KLM bis zu drei tägliche Flüge nach Amsterdam durch, während Lufthansa den Flughafen München bis zu fünfmal am Tag ansteuert. Turkish Airlines bedient den Flughafen Istanbul täglich, während Pegasus Airlines vier wöchentliche Verbindungen zum Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen anbietet. Hinzu kommt eine tägliche Verbindung von Ryanair zum Flughafen London-Stansted sowie eine Werktagsverbindung nach Stuttgart durch Eurowings.
Das breite Spektrum an Drehkreuzverbindungen soll das rückläufige Angebot bei reinen Inlandsflügen kompensieren und dem regionalen Geschäfts- und Privatreiseverkehr weltweite Umsteigemöglichkeiten sichern. Für kleinere Regionalflughäfen wie Bremen ist die kontinuierliche Bedienung durch große Netzwerklinien entscheidend, um den Standort für das wirtschaftliche Einzugsgebiet attraktiv zu halten. Gleichzeitig setzt der Flughafen auf die Kapazitätsanpassungen der Ferienfluggesellschaften, die auf die schwankende Nachfrage außerhalb der Sommersaison mit Frequenzaufstockungen rund um die Weihnachtsfeiertage reagieren.
Branchenbeobachter verweisen jedoch auf die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen für die deutschen Regionalflughäfen. Hohe staatliche Standortkosten und Luftverkehrsteuern haben dazu geführt, dass Billigfluggesellschaften wie Ryanair ihre Kapazitäten an deutschen Sekundärflughäfen schrittweise reduzieren oder flexibel verschieben. Der wirtschaftliche Erfolg des Bremer Winterflugplans hängt daher maßgeblich davon ab, ob die Auslastung auf den Zubringerstrecken stabil bleibt und die neu aufgenommenen Freizeitverbindungen die betrieblichen Festkosten des Terminals ausreichend decken.