Embraer 190-E2 in Werkslackierung (Foto: Jan Gruber).
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Einsatz von Frachtkonversionen: BermudAir übernimmt ersten Embraer E190F in Amerika

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Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer und die Leasinggesellschaft Regional One haben die Auslieferung einer umgebauten Embraer E190F an die Fluggesellschaft BermudAir bekannt gegeben.

Damit steigt die auf der Atlantikinsel Bermuda ansässige Fluglinie zum weltweit zweiten Betreiber des neuen Frachtflugzeugtyps auf. Die Maschine wird von Regional One geleast und stellt den ersten operativen Einsatz des E-Freighter-Programms auf dem amerikanischen Kontinent sowie im Karibikraum dar. BermudAir, die bislang vier Embraer-Passagierflugzeuge der Typen E175 und E190 betreibt, nutzt das Frachtflugzeug für die Beförderung von Expressgut, E-Commerce-Waren und verderblichen Frachtgütern zwischen den Bermuda-Inseln, den USA und Kanada.

Das Konversionsprogramm E190F Passenger-to-Freighter (P2F) verzeichnet damit einen weiteren Markteintritt. Der Verleiher Regional One hat insgesamt fünf Festbestellungen für umgebaute E190F platziert, von denen zwei Einheiten bereits an Kunden ausgeliefert wurden. Der umgebaute Jet verfügt über eine Frachtkapazität von mehr als 100 Kubikmetern Ladevolumen, verteilt auf Ober- und Unterdeck, sowie über eine maximale Nutzlast von bis zu 13,5 Tonnen. Das Flugzeug ist mit einer großen Frachttür im vorderen Rumpfbereich sowie verstärkten Bodenstrukturen ausgestattet, um den Transport von Standard-Frachtcontainern und Paletten zu ermöglichen.

Hersteller und Betreiber zielen mit der Frachtvariante auf eine Marktlücke zwischen Turboprop-Maschinen und größeren Schmalrumpfflugzeugen wie der Boeing 737 oder der Airbus-A320-Familie. Laut Herstellerangaben bietet die E190F im Vergleich zu größeren Frachtjets bis zu 30 Prozent niedrigere Betriebskosten bei vergleichbarem Frachtvolumen, während sie gegenüber großen Turboprops eine deutlich höhere Reichweite und dreifache Transportkapazität aufweist. Für regionale Fluggesellschaften wie BermudAir eröffnet der Frachter die Möglichkeit, bestehende Passagiernetze in den verkehrsarmen Nachtstunden für den Transport von zeitkritischen Gütern zu nutzen und die Flottenauslastung zu erhöhen.

Luftfahrtanalysten werten den Schritt von BermudAir als Versuch, sich von reinen Passagier- und Tourismusströmen unabhängig zu machen. Der Erfolg von umgebauten Regionalfrachtflugzeugen hängt jedoch von der Nachfrage im Express- und Online-Handel auf Kurz- und Mittelstrecken ab. Die Skalierbarkeit des E-Freighter-Programms von Embraer wird maßgeblich davon beeinflusst, ob es dem Hersteller gelingt, neben kleineren Nischenanbietern auch große Logistikkonzerne und Frachtfluggesellschaften in Nordamerika und Europa als langfristige Betreiber zu gewinnen.

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