Die Reisebüro-Organisation Lufthansa City Center (LCC) hat eine neue webbasierte Buchungsplattform für kleine und mittelständische Firmenkunden unter dem Namen LCC Nexus gestartet.
Das System ergänzt die bestehende Lösung Bridge und ermöglicht die Buchung von Flugtickets, Hotelübernachtungen, Bahnreisen und Flughafentransfers über eine einheitliche Benutzeroberfläche. Im Flugbereich bündelt die Anwendung Inhalte aus etablierten Globalen Distributionssystemen (GDS) sowie direkte Schnittstellen nach dem New Distribution Capability Standard (NDC). Eine mobile Anwendung für Smartphones unterstützt die Nutzung unterwegs.
Die Plattform wurde so konzipiert, dass Mitarbeiter der LCC-Partnerbüros Buchungsvorgänge gemeinsam mit den Kunden auf einer synchronisierten Arbeitsoberfläche bearbeiten können. Damit soll die digitale Selbsteingabe der Reisenden mit der Unterstützung durch ein Reisebüro verknüpft werden. Über Schnittstellen ist LCC Nexus an Drittsysteme angebunden, darunter die Profilverwaltung Umbrella Faces beziehungsweise Umbrella Profiles zur Synchronisation von Passagierdaten sowie das Midoffice-System Midoco. Zudem lassen sich die erfassten Buchungsdaten zur weiteren Bearbeitung an interne Finanz- und Reisekostenabrechnungssysteme der Unternehmen übertragen.
Die Erprobung der Plattform läuft seit Juni 2026 bei zwölf ausgewählten LCC-Partnerbüros und ersten Unternehmenskunden, deren Rückmeldungen in die fortlaufende Softwareentwicklung einfließen sollen. Mit dem Angebot unter eigener Marke strebt die Franchise-Kette eine stärkere Unabhängigkeit von externen Systemanbietern an und versucht, ihre Marktposition im Segment des mittelständischen Geschäftsreise-Managements zu behaupten.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass der Markt für Geschäftsreise-Tools durch einen hohen Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck gekennzeichnet ist. Etablierte Technologieanbieter und spezialisierte Softwarehäuser konkurrieren intensiv um mittelständische Unternehmenskunden. Für LCC stellt die Einführung der Eigenentwicklung ein operatives Risiko dar, da die dauerhafte Akzeptanz des Systems maßgeblich von einer reibungslosen Schnittstellenintegration, hohen Systemgeschwindigkeiten und konkurrenzfähigen Softwarelizenzgebühren gegenüber bestehenden Marktstandards abhängt.