Die europäische Ferienfluggesellschaft Corendon Airlines hat ihren Flugplan für die Sommersaison 2027 zur Buchung freigegeben. Im Rahmen eines Branchentermins in Amsterdam gab das Unternehmen die Aufnahme neuer Flugverbindungen ab deutschen Verkehrsflughäfen bekannt.
Erstmals bedient der Anbieter Ziele in Bulgarien mit bis zu acht wöchentlichen Verbindungen nach Varna und Burgas. Die Flüge starten ab Mitte Mai 2027 schrittweise von den Standorten Köln/Bonn, Nürnberg und Stuttgart. Zudem nimmt die Fluggesellschaft ab Juli 2027 Linienverbindungen zum Flughafen Istanbul von Düsseldorf und Köln/Bonn auf.
Die Entscheidung für die neuen Strecken erfolgt vor dem Hintergrund anspruchsvoller Rahmenbedingungen im europäischen Luftverkehr. Hohe Treibstoffpreise, schwankende Nachfragen und geopolitische Unsicherheiten belasten die Marge im Bereich der Pauschal- und Urlaubsflüge. Chief Commercial Officer Paul Schwaiger betonte in diesem Zusammenhang, dass das Unternehmen ein kapazitätsorientiertes Wachstum anstrebe. Der Fokus liege auf einer Optimierung der Ertragssteuerung und einer Erhöhung der finanziellen Resilienz, um den operativen Betrieb gegenüber Marktveränderungen abzusichern.
Vor dem Sommerflugplan 2027 startet die Fluggesellschaft im Dezember 2026 eine Langstreckenverbindung von Düsseldorf nach Curaçao. Für die dreimal wöchentlich angebotene Karibikverbindung setzt der Anbieter einen Airbus A330-300 ein, der über eine Drei-Klassen-Konfiguration verfügt. Das Angebot richtet sich vor allem an Kunden von Reiseveranstaltern und stützt sich unter anderem auf konzerneigene Hotelkapazitäten auf der Karibikinsel.
Luftfahrtanalysten verweisen darauf, dass die Expansion in den bulgarischen Markt und nach Istanbul ein Versuch ist, die Auslastung auf margenstarken Strecken im Urlaubs- und Familienreiseverkehr zu steigern. Das Segment der Reisen zu Verwandten und Bekannten bietet auf Strecken in die Türkei und nach Südosteuropa eine vergleichsweise stabile Grundnachfrage. Gleichzeitig erfordert der Einsatz von Großraumflugzeugen auf der Langstrecke eine hohe Auslastung, um die fixen Betriebskosten dauerhaft einzuspielen.