Boeing 737 Max (Foto: Jan Gruber).
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Verzögerungen bei der Produktionssteigerung und Triebwerkstests im Boeing-Konzern

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Der US-amerikanische Flugzeugbauer Boeing sieht sich bei zwei zentralen Zivilflugzeugprogrammen mit anhaltenden betrieblichen Herausforderungen und terminlichen Verzögerungen konfrontiert.

Wie der Vorstandsvorsitzende Kelly Ortberg im Rahmen der Laguna Conference von Morgan Stanley mitteilte, erfordert die geplante Stabilisierung der Monatsproduktion der Baureihe Boeing 737 Max auf einem Niveau von rund 47 Maschinen mehr Zeit als ursprünglich veranschlagt. Als ein wesentlicher Grund für die Verzögerungen wurden Engpässe bei der Tragflächenfertigung im Werk Renton im US-Bundesstaat Washington genannt. Parallel dazu dauern die Testverfahren für das Langstreckenmodell Boeing 777-9 an. Aufgrund von Haltbarkeitsproblemen bei einer Komponente des GE9X-Triebwerks von GE Aerospace könnten sich die Zulassungstests bis in das Jahr 2027 erstrecken, was auch die Zertifizierung für den ETOPS-Betrieb über langen Überwasserstrecken betrifft. Trotz dieser Verzögerungen strebt die Konzernführung weiterhin den Beginn der Auslieferungen für das Jahr 2027 an.

Engpässe in der Tragflächenfertigung und Stand der Zulassungen bei der Boeing 737 Max

Die Stabilisierung der Fertigungszahlen der B737-Max-Familie gilt als wichtiger Faktor für die finanzielle Erholung des Konzerns. Die Auslieferungs- und Fertigungszahlen der vergangenen Monate zeigen schwankende Volumina im Werk Renton. Nach Branchenerfassungen fertigte der Hersteller im August 48 Maschinen der Typserie, während in den Monaten Mai, Juni und Juli die monatliche Ausbringungsmenge zwischen 38 und 39 Flugzeugen lag.

Neben den operativen Hindernissen in den Montagehallen prägen unterschiedliche Zulassungsstände die Modellpalette. Während die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration im August die Zertifizierung für die kleinere Variantenversion B737-7 erteilte, steht die Genehmigung für die größte Ausführung, die B737-10, weiterhin aus. Nach mehrfachen Terminverschiebungen laufen die behördlichen Prüfungsverfahren für diese Modellvariante weiter. Um den Durchsatz in der Fertigung dauerhaft zu erhöhen, hat die Unternehmensleitung nach eigenen Angaben Maßeinheiten zur Beseitigung der Rückstände im Tragflächenbau eingeleitet.

Triebwerksprobleme und verlängerte Testphasen beim Programm Boeing 777X

Zusätzlicher Prüfbedarf besteht beim Langstreckenprogramm der Boeing 777X. Die Erprobung der Ausführung B777-9 verzögert sich durch technische Abstimmungsarbeiten an den Triebwerken des Typs GE9X von GE Aerospace. Nach Angaben von Ortberg betrifft die Problematik eine Zwischenichtung innerhalb des Triebwerks, deren Haltbarkeit im Dauerbetrieb nicht den Erwartungen entspricht. Bevor diese Komponente modifiziert und im Testbetrieb freigegeben ist, können nachgelagerte Zertifizierungsschritte, wie die Messungen für die ETOPS-Flugzulassung auf Ausweichrouten, nicht abgeschlossen werden.

Die Verzögerungen führen dazu, dass die Testreihen voraussichtlich bis in das Jahr 2027 andauern. Dennoch hält die Führung des Herstellers am Ziel fest, die ersten Serienmaschinen der Variante B777-9 im Laufe des Jahres 2027 an Kunden zu übergeben. Mehrere Flugzeuge aus der frühen Bauphase stehen bereits seit längerer Zeit auf den Werksgeländen und warten auf die Fertigstellung und technische Überarbeitung.

Reaktionen der Kunden und Diskussionen über Frühserienflugzeuge

Die langjährigen Verzögerungen im B777X-Programm haben zu unterschiedlichen Positionen bei den Erstkunden geführt. Der Präsident der Fluggesellschaft Emirates, Tim Clark, stellte öffentlich klar, die ersten zehn gebauten Exemplare dieser Baureihe aufgrund des Umfangs der erforderlichen Nacharbeitungsmaßnahmen nicht übernehmen zu wollen. Die Fluggesellschaft strebt die Einflottung von Maschinen an, die ohne nachträgliche Umbaumaßnahmen den Serienstandards entsprechen.

Beim deutschen Luftfahrtkonzern Lufthansa verlaufen die Gespräche mit dem Hersteller nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr in eine andere Richtung. Dort werden Entschädigungsoptionen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für den Fall verhandelt, dass das Unternehmen Flugzeuge aus der frühen Produktionsphase übernimmt. Gleichzeitig gibt es Branchenberichte, wonach die US-Fluggesellschaft United Airlines Interesse an der Übernahme von früh gebauten B777-9 zeigt, obwohl das Unternehmen bislang keine festen Bestellungen für diesen Flugzeugtyp platziert hat.

Auftragslage und Netto-Neubestellungen im Spätsommer

Trotz der verkehrstechnischen und fertigungstechnischen Verzögerungen verzeichnet der Konzern kontinuierliche Bewegungen im Auftragsbuch. Im Monat August wurden 15 Netto-Neubestellungen für Zivilflugzeuge registriert. Im selben Zeitraum gab es keine Stornierungen von bestehenden Aufträgen durch Kunden.

Die Erreichung der gesteckten Produktionsziele hängt maßgeblich davon ab, wie zügig die Lieferketten stabilisiert werden und die Abstimmungen mit den Zulassungsbehörden verlaufen. Der Flugzeugbauer steht vor der Aufgabe, die Effizienz in den Montagewerken zu steigern und zeitgleich die Anforderungen der weltweiten Luftfahrtaufsichten bei den laufenden Prüfprogrammen vollständig zu erfüllen.

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