KLM-Winglet (Foto: Pixabay).
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Powerbank-Brand in Business-Class von KLM-777

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Ein Passagierflugzeug der niederländischen Fluggesellschaft KLM auf dem Weg von Amsterdam nach Curaçao musste am Donnerstag einen Flug über dem Atlantischen Ozean abbrechen und zum Ausgangsflughafen Schiphol zurückkehren.

Grund für die Ausweichlandung war die Explosion und der anschließende Brand einer mobilen Powerbank im vorderen Teil der Passagierkabine. Das Gerät war an einem Sitzplatz der Business Class platziert und fing während des Fluges aus bislang nicht vollständig geklärten Gründen Feuer. Die Kabinenbesatzung reagierte umgehend und löschte den Brand mit den an Bord verfügbaren Sicherheitseinrichtungen. An der Innenverkleidung der Boeing 777-300ER sowie an den betroffenen Sitzkomponenten entstanden sichtbare Brandschäden. Nach Medienberichten handelte es sich bei dem Besitzer des defekten Akkus um den ehemaligen KLM-Vorstandschef Camiel Eurlings. Alle 322 Passagiere sowie die Besatzungsmitglieder blieben unverletzt und wurden nach der sicheren Landung in Amsterdam versorgt sowie umgebucht. Der Vorfall rückt die Risiken von Lithium-Ionen-Akkumulatoren im Luftverkehr erneut in den Fokus von Behörden und Fluggesellschaften.

Verlauf des Zwischenfalls auf dem Atlantikflug

Der Flug mit der Flugnummer KLM 735 war am Donnerstagmittag plangemäß vom Flughafen Amsterdam Schiphol in Richtung der karibischen Insel Curaçao gestartet. Bei dem eingesetzten Flugzeug handelte es sich um eine Boeing 777-300ER mit der Registrierung PH-BVP. Der Flugverlauf gestaltete sich bis zum Erreichen der Reiseflughöhe über dem Nordatlantik unauffällig, bevor im Bereich der Business Class ein plötzlicher Brand ausbrach.

Nach Berichten von Insassen und Aufnahmen aus dem Innenraum der Maschine explodierte eine Powerbank an einem Fensterplatz. Das Gerät fing unverzüglich Feuer, was zu einer starken Rauchentwicklung in der Kabine führte. Die Flugbegleiter wandten die vorgesehenen Notfallprozeduren für Akkubrände an, isolierten das brennende Gerät und löschten die Flammen. Trotz des raschen Eingreifens hinterließ die Hitzeentwicklung erhebliche Spuren an der Fensterblende sowie an den Verkleidungen des Passagiersitzes.

Aufgrund der Lage über dem Atlantik und des potenziellen Risikos von verdeckten Glutnestern in den Kabinenelementen entschied die Flugkapitänin im Einklang mit den Sicherheitsvorschriften der Airline, den Transatlantikflug abzubrechen. Das Flugzeug drehte um und steuerte den Flughafen Amsterdam Schiphol an, wo die Maschine ohne weitere Zwischenfälle landete.

Beteiligung des ehemaligen Vorstandsmitglieds und Passagierversorgung

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Zwischenfall durch die Identität des betroffenen Fluggastes. Das explodierte Ladegerät gehörte nach übereinstimmenden Medienberichten dem niederländischen Politiker und Manager Camiel Eurlings. Eurlings stand in den Jahren 2013 und 2014 an der Spitze der Fluggesellschaft KLM und war zuvor als Minister für Verkehr und Wasserwirtschaft in den Niederlanden tätig.

Nach der Landung in Amsterdam wurden die 322 Passagiere des Fluges von den Bodendiensten der Fluggesellschaft betreut. Da eine unmittelbare Fortsetzung der Reise mit dem betroffenen Flugzeug aufgrund der erforderlichen technischen Überprüfungen und Reparaturen nicht möglich war, wurden die Fluggäste für die Zwischenzeit in Hotels nahe dem Flughafen untergebracht. Die Umbuchung auf spätere Verbindungen nach Curaçao und zu anderen Zielen in der Karibik erfolgte in den darauffolgenden Stunden. Das betroffene Flugzeug wurde für Inspektionen der Elektrik und der Rumpfinnenverkleidung vorübergehend aus dem Betrieb genommen.

Sicherheitsvorschriften und Risiken von Lithium-Akkus im Luftverkehr

Tragbare Energiespeicher und Powerbanks nutzen Lithium-Ionen-Zellen, die bei Beschädigung, Fertigungsfehlern oder Überhitzung zu einem sogenannten thermischen Durchgehen neigen können. Dabei kommt es zu einer chemischen Kettenreaktion, die hohe Temperaturen, brennbare Gase und offene Flammen freisetzt. Wegen dieser Gefahren untersagen die internationale Luftfahrtorganisation ICAO und die europäische Agentur für Flugsicherheit EASA die Mitführung von Powerbanks im aufgegebenen Reisegepäck strengstens. Die Geräte müssen zwingend im Handgepäck transportiert werden, damit eventuelle Brände von der Besatzung sofort bemerkt und bekämpft werden können.

Fluggesellschaften haben ihre Bestimmungen bezüglich der Nutzung von Akkus an Bord in den vergangenen Jahren stetig verschärft. Bei KLM ist die Mitnahme von Powerbanks im Handgepäck unter Einhaltung bestimmter Kapazitätsgrenzen gestattet, die aktive Nutzung der Geräte zum Aufladen von Smartphones oder Laptops während des Fluges jedoch ausdrücklich untersagt. Ob im vorliegenden Fall ein Verstoß gegen die Nutzungsregeln vorlag oder ob sich der Akku ohne äußere Einwirkung entzündete, ist Gegenstand laufender Untersuchungen der Flugsicherheitsbehörden.

Vergleichbare Vorfälle und zukünftige Regulierungen

Der Zwischenfall auf Flug KLM 735 reiht sich ein in eine Serie von Ereignissen, bei denen Unterhaltungselektronik oder externe Akkus Brände in Passagierkabinen auslösten. In den vergangenen Jahren kam es bei verschiedenen internationalen Fluggesellschaften zu ähnlichen Vorfällen, bei denen Mobiltelefone zwischen Sitzkonstruktionen eingeklemmt und beschädigt wurden oder Powerbanks in den Gepäckablagen überhitzten.

Aufgrund dieser Entwicklung diskutieren Sicherheitsexperten und Luftfahrtbehörden über eine weitere Vereinheitlichung der Beförderungsbedingungen für elektronische Geräte. Einige Fluggesellschaften schreiben mittlerweile vor, dass Zusatzakkus während des gesamten Fluges in speziellen, feuerfesten Schutzhüllen aufbewahrt oder griffbereit unter dem Vordersitz verstaut werden müssen. Die Ermittlungen zum Vorfall der KLM-Maschine könnten weitere Empfehlungen für den Umgang mit mobilen Stromspeichern im gewerblichen Passagierverkehr nach sich ziehen.

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