Die kroatische Staatssortiment-Fluggesellschaft Croatia Airlines plant die Außerdienststellung ihrer verbliebenen Flugzeuge des Typs Airbus A319 für den Oktober 2026. Nach aktuellen Flugplandaten, die Ex-Yu-Aviation.com ausgewertet hat, soll der letzte kommerzielle Linieneinsatz dieses Musters am 11. Oktober 2026 stattfinden.
Die Fluggesellschaft betreibt derzeit noch vier Maschinen dieses Modells mit einer Kapazität von jeweils 144 Sitzplätzen. Der Airbus A319 stand seit dem Jahr 1998 ununterbrochen im Dienst der Fluggesellschaft und bildete über Jahrzehnte das Rückgrat des europäischen Streckennetzes ab den Drehkreuzen Zagreb, Split und Dubrovnik.
Die Ausmusterung der Bestandsflotte ist Teil eines umfassenden Flottenmodernisierungsprogramms, bei dem Croatia Airlines schrittweise auf den Airbus A220 umstellt. Derzeit umfasst die aktiven Flotte der Airline neun A220-300 sowie zwei A220-100. Bis Ende 2026 sollen drei weitere Maschinen dieses Typs ausgeliefert werden, ehe die Bestellung über insgesamt 15 Exemplare im Laufe des Jahres 2027 abgeschlossen wird. Ergänzend dazu ist vorgesehen, die verbliebenen drei Turboprop-Maschinen des Typs Dash 8 Q400 Ende März 2027 außer Dienst zu stellen, woraufhin die Eigenflotte ausschließlich aus Einheiten der A220-Familie bestehen wird.
Luftfahrtanalysten verweisen darauf, dass die Umstellung auf eine Einheitsflotte mittelfristig Kostenvorteile bei Wartung, Ersatzteilhaltung und Pilotenschulungen verspricht. Allerdings bringt der Übergangsprozess auch operative Herausforderungen mit sich. Lieferverzögerungen bei Flugzeugherstellern und Triebwerksüberholungen haben in der jüngeren Vergangenheit immer wieder dazu geführt, dass Fluggesellschaften kurzfristig Ersatzkapazitäten anmieten mussten. Um Spitzen im Sommerflugplan abzudecken, greift Croatia Airlines bereits auf Wet-Lease-Vereinbarungen für Flugzeuge vom Typ ATR 72 zurück.
Der Erfolg des Flottenumbaus hängt maßgeblich davon ab, ob die Fluggesellschaft die Kapazitätsanpassungen ohne Engpässe im saisonalen Sommergeschäft bewältigen kann. Während die Vereinheitlichung der Flotte die betriebliche Komplexität verringert, bleibt das Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld gefordert, die Auslastung auf den europäischen Strecken gegenüber der wachsenden Konkurrenz durch Billigfluggesellschaften im adriatischen Raum zu behaupten.