Flughafen Klagenfurt (Foto: Angelika Evergreen).
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Neuausrichtung der Infrastruktur und Immobilienverwertung am Flughafen Klagenfurt

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Am Flughafen Klagenfurt sind umfangreiche Baumaßnahmen zur Umgestaltung der Terminalinfrastruktur im Gange. Im Zentrum der aktuellen Umbauarbeiten steht die Errichtung des sogenannten Wörthersee Terminals, einer spezialisierten Abfertigungshalle für Passagiere des allgemeinen Luftverkehrs sowie von Privat- und Geschäftsreiseflugzeugen.

Mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro strebt die Flughafenleitung eine Modernisierung des Dienstleistungsangebots für jährlich rund 5.000 Fluggäste im Business-Aviation-Segment an. Parallel dazu verfolgt das Management unter Geschäftsführer Maximilian Wildt eine verstärkte Verwertung von Arealen und Immobilienflächen auf dem Flughafengelände, um zusätzliche Einnahmequellen außerhalb des klassischen Linienflugbetriebs zu erschließen.

Bau des Wörthersee Terminals und Erweiterung des Immobilienangebots

Die baulichen Maßnahmen für das neue Wörthersee Terminal umfassen die Einrichtung eines eigenständigen Check-in-Bereichs, separater Sicherheitszonen sowie exklusiver Lounge-Räumlichkeiten. Ziel dieser Maßnahmen ist die räumliche Trennung des Individual- und Geschäftsreiseverkehrs vom regulären Linien- und Charterflugbetrieb. Geschäftsführer Maximilian Wildt verweist darauf, dass die spezialisierte Infrastruktur als repräsentativer Ankunftsort für Akteure aus Wirtschaft und Tourismus dienen soll. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Terminals ist für die kommenden Wochen vorgesehen.

Über dem Terminalbereich entstehen im ersten Obergeschoss auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern moderne Büroeinheiten. Neben der eigenen Verwaltung des Flughafens sollen dort externe Unternehmen, Dienstleister oder medizinische Ordinationen angesiedelt werden. Nach Angaben der Geschäftsführung besteht eine Nachfrage nach diesen Mietflächen, die ab November 2026 bezugsfertig sein sollen. Als Standortvorteile werden die unmittelbare Anbindung an das Straßennetz, vorhandene Parkplatzkapazitäten sowie die Bekanntheit des Areal-Standorts angeführt.

Verpachtung von Geländeflächen und Hangar-Neubau

Neben der Verdichtung von Gebäudeflächen leitet die Flughafenführung die Verwertung von ungenutztem Grundbesitz ein. Ein erstes Flughafen-Grundstück wurde für die Errichtung eines privaten Flugzeughangars verpachtet. Insgesamt stehen im Rahmen des Standortkonzepts bis zu 42 Hektar Fläche für die Verpachtung zur Verfügung, um fortlaufende Pachteinnahmen zur Konsolidierung der betrieblichen Finanzen zu generieren.

Diese Verwertungsinitiative ist Teil des Versuchs, das Areal wirtschaftlich breiter aufzustellen. Während der Linienverkehr starken Schwankungen unterliegt, sollen gewerbliche Ansiedlungen, Logistikflächen und Immobilienverpachtungen für stabilere Ertragssäulen sorgen.

Wettbewerbssituation und Einfluss fiskalischer Rahmenbedingungen

Für das laufende Jahr 2026 rechnet der Flughafen Klagenfurt mit einem Gesamtpassagieraufkommen von rund 175.000 Fluggästen. Im regionalen Vergleich mit benachbarten Standorten im Alpen-Adria-Raum verbleiben diese Zahlen auf einem moderaten Niveau. Die Flughäfen in Laibach (Slowenien) und Triest (Italien) kalkulieren für denselben Zeitraum mit jeweils rund 1,7 Millionen Passagieren.

Als wesentliche Ursache für dieses Ungleichgewicht führt das Management die nationale Abgabenstruktur im Luftverkehr an. Die in Österreich erhobene Flugabgabe schlägt im regulären Flugverkehr mit 12 Euro pro Passagier zu Buche. Im innerösterreichischen Flugverkehr beläuft sich der Abgabensatz auf 30 Euro pro Fluggast. Diese Abgabenlast wird von der Betriebsgesellschaft als Nachteil gegenüber dem nahen ausländischen Wettbewerb eingestuft, da grenznahe Flughäfen in Italien oder Slowenien derartigen steuerlichen Sonderregelungen nicht unterliegen.

Einfluss der Koralmbahn auf das Einzugsgebiet

Positive Impulse verzeichnet der Standort Klagenfurt durch Verbesserungen in der regionalen Verkehrsinfrastruktur auf der Schiene. Seit der schrittweisen Inbetriebnahme der Koralmbahn hat sich die Reisezeit zwischen der Steiermark und Kärnten deutlich verkürzt. Nach Beobachtungen der Flughafenleitung nutzen vermehrt Fluggäste aus dem steirischen Raum die Flugangebote ab Klagenfurt.

Für das kommende Geschäftsjahr erhofft sich die Betriebsgesellschaft die Akquise weiterer Fluggesellschaften sowie eine Erweiterung des Linienflugnetzes. Die Kombination aus angepasster Terminalinfrastruktur, ergänzender Immobilienvermarktung und erweiterter regionaler Erreichbarkeit bildet die Grundlage der aktuellen Entwicklungsausrichtung des Kärntner Landesflughafens.

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