Der Flughafen Istanbul führt laut Auswertungen des Luftfahrtdatenanbieters OAG die Liste der am besten vernetzten Verkehrsflughäfen Europas an.
Mit 294 Direktverbindungen im internationalen Flugplan liegt der Airport vor den europäischen Großdrehkreuzen Paris-Charles de Gaulle und Amsterdam Schiphol mit jeweils 262 Direktzielen sowie Frankfurt mit 258 Zielorten. Der Ausbau der Streckenstruktur wird maßgeblich von der Heimatgesellschaft Turkish Airlines getragen, die den Standort als zentralen Knotenpunkt für den Umsteigerverkehr zwischen Europa, Asien und Afrika nutzt.
Die Fluggesellschaft betreibt von Istanbul aus Streckennetzverbindungen in mehr als 130 Länder und nutzt dabei eine Flotte von über 500 Flugzeugen. Das Angebot im deutschsprachigen Raum umfasst Zubringerflüge von zehn deutschen Flughäfen, die Passagiere an das Drehkreuz am Bosporus anbinden. Neben der reinen Netzabdeckung erzielte der Flughafen in einer Auswertung des Reiseportals Holidu auf Basis von Passagierbewertungen eine Durchschnittsnote von 4,4 von 5 Sternen, womit der Standort bei Kriterien wie Terminalinfrastruktur und Sauberkeit gut abschnitt.
Um die Auslastung der Langstreckenflüge zu sichern, bietet die Fluggesellschaft bei längeren Umsteigezeiten Serviceleistungen wie geführte Stadtrundfahrten oder Hotelübernachtungen für Transitpassagiere an. Der Flughafen ist auf eine Kapazität von mehr als 90 Millionen Passagieren pro Jahr ausgelegt. Mit dem fortlaufenden Ausbau der Flotte und des Streckennetzes zielt das Unternehmen darauf ab, Marktanteile im weltweiten Transferverkehr gegenüber den Drehkreuzen in der Golfregion sowie in Westeuropa weiter zu steigern.
Luftfahrtanalysten weisen jedoch darauf hin, dass die enorme Größe des Terminalkomplexes für Umsteigepassagiere mit langen Laufwegen und zeitintensiven Wegezeiten zwischen den Flugsteigen verbunden ist. Zudem setzt das kontinuierliche Wachstum der Flugbewegungen die Slot-Kapazitäten und die Luftraumsteuerung rund um Istanbul unter Druck. Wirtschaftliche Risiken für die Fluggesellschaft ergeben sich zudem aus der Volatilität der türkischen Lira und schwankenden Treibstoffpreisen im internationalen Flugbetrieb.