Mit einem Großen Zapfenstreich in Berlin-Gatow hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius das 70-jährige Bestehen der deutschen Luftwaffe gewürdigt.
Am Sitz des Kommandos Luftwaffe marschierten dazu Verbände der Streitkräfte auf, um das Gründungsjubiläum im Rahmen des militärischen Zeremoniells zu begehen. Der Minister verwies in seiner Ansprache auf das veränderte Anforderungsprofil und das erweiterte Aufgabenspektrum der Luftstreitkräfte vor dem Hintergrund der aktuellen sicherheitspolitischen Lage in Europa.
Die historische Entwicklung der Waffengattung begann am 2. Januar 1956, als die ersten 100 freiwilligen Rekruten ihren Dienst am Fliegerhorst Nörvenich in Nordrhein-Westfalen antraten. Seit der geopolitischen Zeitenwende im Jahr 2022 konzentrieren sich die Streitkräfte wieder verstärkt auf die Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung im Rahmen der NATO. Zum aktuellen Einsatzspektrum zählen neben der Absicherung des Luftraums an der NATO-Ostflanke auch verlegbare Abfangeinheiten sowie internationale Einsätze im Indopazifik.
Zur Modernisierung der Ausrüstung hat die Bundeswehr in den vergangenen Jahren umfangreiche Beschaffungsprojekte auf den Weg gebracht. Neben der Anschaffung von Tarnkappenflugzeugen des Typs F-35 als Nachfolge für die Tornado-Flotte steht der Aufbau des bodengebundenen Luftverteidigungssystems Arrow 3 im Mittelpunkt, das zur Abwehr ballistischer Langstreckenraketen dient. Ergänzt wird die Flotte durch den fortlaufenden Zulauf von Eurofightern und Transportern vom Typ Airbus A400M.
Verteidigungsexperten weisen jedoch darauf hin, dass die Luftwaffe trotz hoher Sondervermögen-Investitionen weiterhin mit gravierenden Engpässen bei Ersatzteilen, der Munitionsbevorratung sowie beim Personalstand zu kämpfen hat. Die permanente hohe Einsatzbelastung bei Bündnis- und Evakuierungsmissionen führt zu einer starken Beanspruchung von Material und fliegendem Personal, was die personelle Einsatzbereitschaft im Routinebetrieb fortlaufend belastet.