Triebwerk Airbus A321neo (Foto: Jan Gruber).
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Airbus: Qualitätsprobleme und Fertigungsverzögerungen bei der Auslieferung

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Der europäische Flugzeugbauer Airbus sieht sich bei zwei seiner wichtigsten Passagierflugzeugprogramme mit qualitätsbezogenen Beanstandungen im Fertigungsprozess konfrontiert.

Bei der A320-Familie, insbesondere bei den stark nachgefragten Flugzeugen des Typs A321neo, wurden Abweichungen beim Oberflächenschutz von Rumpfbauteilen festgestellt. Ein Sprecher des Konzerns betonte, dass es sich hierbei um ein reines Qualitätsthema und nicht um ein Flugsicherheitsproblem handle, weshalb der laufende Flugbetrieb betroffener Maschinen ohne Einschränkungen fortgesetzt werden könne. Ergänzend dazu gerieten während der Sommermonate die Auslieferungen der Baureihe A330neo ins Stocken, nachdem Inspektionen an der Höhenflosse des Leitwerks notwendig geworden waren. Trotz dieser industriellen Hürden hält der Konzern an seinen Produktionszielen für das Jahr 2026 fest, sieht sich jedoch mit spürbarem Nacharbeitsaufwand und Marktstimmungen konfrontiert.

Abweichungen beim Korrosionsschutz an Rumpfelementen der A320-Familie

Die Beanstandungen bei der A321neo betreffen den Oberflächenschutz an Längsversteifungselementen, den sogenannten Stringern, im unteren vorderen Rumpfbereich. Die Abweichungen wurden im Zuge von Standard-Nacharbeiten im Werk identifiziert. Nach Einschätzungen aus Branchenkreisen könnte die Thematik potenziell mehr als 500 Flugzeuge betreffen, darunter bereits im Liniendienst befindliche Maschinen sowie Einheiten, die sich derzeit in den Montagehallen oder in der Zulieferkette befinden.

Ein Sprecher von Airbus erklärte, dass die Ursache der Abweichung ermittelt und eingedämmt worden sei. Alle neu beschichteten Komponenten entsprächen wieder vollständig den vertraglichen und technischen Vorgaben. Für die Korrektur an bereits gefertigten Teilen sei kein Ausbau der Stringer erforderlich. Nach der Anwendung der vorgesehenen Nachbehandlungsverfahren befinde sich das jeweilige Flugzeug wieder in dem Zustand, der der ursprünglichen Konstruktionsspezifikation entspricht. Dennoch löste die Nachricht an den Finanzmärkten kurzfristig Reaktionen aus; der Aktienkurs des Unternehmens verzeichnete einen leichten Rückgang von über einem Prozent.

Verzögerungen in der Auslieferungskette der Modellreihe A330neo

Zusätzlich zu den Themen bei der Schmalrumpfflotte führten Überprüfungen bei den Großraumflugzeugen der Baureihe A330neo im Sommer zu Verzögerungen im Betriebsablauf. Grund hierfür waren Bedenken bezüglich der Struktur der Höhenflosse (Horizontal Stabilizer). Um Qualitätsrisiken auszuschließen, wies der Hersteller Inspektionen an allen Einheiten dieses Typs an, was die Prozesse im Montagesystem verlangsamte.

Infolge dieser zusätzlichen Prüfschritte wurden in den Monaten Juni und Juli 2026 keine Flugzeuge des Typs A330neo an Kunden übergeben. Im August 2026 erfolgte lediglich eine einzige Auslieferung an die taiwanische Fluggesellschaft Starlux Airlines. Airbus bezeichnete den Vorfall als isoliertes Ereignis und gab an, die Ursache identifiziert zu haben. Nach Informationen aus Branchenkreisen war der Auslöser der Inspektionen ein Montagewerkzeug, das bei einer Endkontrolle vor der Auslieferung in der Struktur einer Maschine aufgefunden worden war. Mittlerweile wurden die Auslieferungen der A330neo wieder aufgenommen.

Produktionshochlauf und Erreichung der Jahresziele

Die aufgetretenen Mängel fallen in eine Phase, in der Airbus eine Steigerung seiner Fertigungskapazitäten anstrebt. Der Konzern verfolgt das Ziel, die Produktion der A320-Familie bis Ende 2027 auf 75 Flugzeuge pro Monat anzuheben. Für das Gesamtjahr 2026 bekräftigte die Unternehmensleitung im Juli 2026 das Ziel, rund 870 Verkehrsflugzeuge an Kunden weltweit zu übergeben.

Bis Spätsommer zeigten die Auslieferungszahlen eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr: Airbus übergab bis zu diesem Zeitpunkt 475 Flugzeuge an Betreiber, während im vergleichbaren Vorjahreszeitraum 2025 insgesamt 434 Maschinen ausgeliefert worden waren. Ob die notwendigen Nacharbeiten an den Stringern der A321neo und die Verzögerungen bei der A330neo Auswirkungen auf das Erreichen des Jahrenziels für 2026 haben werden, hängt vom Tempo der Kapazitätsanpassungen in den Auslieferungszentren ab.

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