Die zur Lufthansa Group gehörende Fluggesellschaft Eurowings nimmt im bevorstehenden Winterflugplan 2026/2027 ihr Streckennetz in die Region Nahost schrittweise wieder auf. Nach einer mehrmonatigen Aussetzung der Flugverbindungen infolge militärischer Auseinandersetzungen in der Region plant die Airline ab Anfang November 2026 die Wiederbedienung von vier Zielen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Jordanien und Saudi-Arabien.
Zudem soll im Dezember 2026 mit der irakischen Hauptstadt Bagdad ein neues Ziel in den Flugplan aufgenommen werden. Die Entscheidungen spiegeln eine angepasste Netzsausrichtung wider, bei der die Fluggesellschaft verstärkt auf sogenannte VFR-Verkehre (Visiting Friends and Relatives) setzt, um veränderten Nachfragemustern im Passagierverkehr gerecht zu werden.
Schrittweise Wiederaufnahme der Strecken und neue Zielgebietsplanung
Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs durch Eurowings vollzieht sich zwischen dem 1. November 2026 und dem 12. November 2026 für die bisherigen Ziele, während die Strecke nach Bagdad ab dem 10. Dezember 2026 in das Angebot integriert werden soll. Insgesamt umfasst die Flugplanung der Airline in dieser Region 38 wöchentliche Abflüge von verschiedenen deutschen Verkehrsflughäfen.
Den Auftakt bildet die Verbindung nach Dubai am 1. November 2026. Eurowings bedient das Emirat künftig täglich ab Berlin, viermal wöchentlich ab Stuttgart sowie dreimal pro Woche ab Köln/Bonn. Die nordirakische Stadt Erbil wird ab dem 3. November 2026 von insgesamt sechs deutschen Standorten angeflogen: Düsseldorf und Stuttgart erhalten jeweils drei wöchentliche Frequenzen, Hamburg wird zweimal wöchentlich bedient, und je eine wöchentliche Verbindung geht ab Berlin, Köln/Bonn sowie Hannover.
Ab dem 7. November 2026 folgt die Wiederaufnahme der Verbindung von Stuttgart nach Amman mit zwei Flügen pro Woche. Dschidda in Saudi-Arabien steht ab dem 12. November 2026 im Flugplan und wird dreimal wöchentlich ab Köln/Bonn sowie jeweils zweimal wöchentlich ab Berlin und Stuttgart angesteuert. Die neue Verbindung nach Bagdad soll ab dem 10. Dezember 2026 mit jeweils zwei wöchentlichen Rotationen ab Berlin und Düsseldorf durchgeführt werden.
Fokussierung auf ethnischen Reiseverkehr und Flottenanpassungen
Die Ausrichtung des Streckennetzes basiert auf Marktanalysen zur Passagierstruktur. Während Geschäftsreisen und klassischer Touristenverkehr in Regionen mit volatiler Sicherheitslage Schwankungen unterliegen, erweist sich die Nachfrage von Passagieren, die Verwandte und Bekannte besuchen, als verhältnismäßig stabil. Eurowings-Chef Max Kownatzki hatte im Frühsommer 2026 angekündigt, das Angebot für diesen sogenannten ethnischen Verkehr gezielt auszubauen.
Parallel zur Kapazitätsanpassung verändert Eurowings das Produktangebot auf ausgewählten Routen. Auf den Flügen nach Dubai wird ab dem 1. Dezember 2026 der überarbeitete Premium BIZ Seat angeboten. Hierfür rüstet das Unternehmen acht Flugzeuge des Typs Airbus A320neo um. Demgegenüber stehen Anpassungen im restlichen Streckennetz: Frühere Ankündigungen für Verbindungen nach Abu Dhabi sind in den aktuellen Flugplandaten nicht enthalten, und die Aussetzung der Flüge nach Tel Aviv bleibt auf unbestimmte Zeit bestehen.
Entwicklung im Lufthansa-Konzern und Reaktionen im Marktumfeld
Die Wiederaufnahme der Nahost-Flüge bei Eurowings erfolgt im Kontext einer breiteren Rückkehr der Lufthansa Group in die Region. Der Gesamtkonzern plant in der Spitze bis zu 36 wöchentliche Verbindungen nach Dubai. Die Kernmarke Lufthansa nimmt ihre Flüge von München am 25. Oktober 2026 und von Frankfurt am 26. Oktober 2026 wieder auf. Zudem kehren die Konzernschwestern Swiss und Austrian Airlines mit Flügen ab Zürich beziehungsweise Wien in den Markt zurück. Letztere nimmt ab dem 2. Oktober 2026 auch die Verbindung Wien–Amman wieder auf. Verbindungen nach Beirut bleiben für die Airline-Gruppe hingegen vorerst bis Ende Oktober ausgesetzt.
Der Neustart folgt auf eine Phase betrieblicher Einschränkungen, nachdem die Konzerngesellschaften ihre Flüge in die Region Ende Februar 2026 infolge militärischer Konflikte zwischen den USA, Israel und dem Iran vorübergehend eingestellt hatten. Die Entwicklung im Markt zeigt dabei unterschiedliche Strategien der Marktteilnehmer: Während Eurowings ihre Kapazitäten aufgestockt hat, zieht sich der Konkurrent Condor Ende Oktober 2026 von den Routen ab Berlin und Stuttgart nach Dubai zurück und begründet diesen Schritt mit unzureichender Wirtschaftlichkeit.