Der Luftfahrtunternehmer Wolfram Wächter ist zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Flughafen Friedrichshafen GmbH gewählt worden. Wächter, der seit mehr als zehn Jahren als Geschäftsführer der regionalen Charterfluggesellschaft DAS Private Jets tätig ist, übernimmt das Amt von Martin Buck.
Buck gab den Vorsitz des Kontrollgremiums aufgrund zeitlicher Belastungen durch weitere Mandate ab, darunter seine Funktion als Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben sowie Vorstandsaufgaben in der Industrie. Er verbleibt jedoch als einfaches Mitglied im Aufsichtsrat der Flughafenbetreibergesellschaft.
Die Neubesetzung an der Spitze des Kontrollgremiums erfolgt in einer betrieblich und finanziell anspruchsvollen Phase für den Bodensee-Airport. Der südlichste Verkehrsflughafen Deutschlands kämpft seit Jahren mit der Konsolidierung seines Flugangebots im Linien- und Chartersegment. Nach dem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und der anschließenden Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft der Stadt Friedrichshafen und des Bodenseekreises steht das Management vor der Aufgabe, die laufenden Betriebskosten zu senken und das Passagieraufkommen zu stabilisieren.
Das regionale Wirtschaftsumfeld in der Vierländerregion Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein misst dem Standort eine wichtige Bedeutung für den Geschäftsreiseverkehr und die Anbindung der Industrie bei. Dennoch leidet der Flughafen unter dem Rückzug mehrerer Linienfluggesellschaften sowie den im Branchenvergleich hohen Gebührenstrukturen an deutschen Regionalflughäfen. Die Auslastung hängt stark vom Sommerchartergeschäft sowie von einzelnen Zubringerdiensten ab.
Luftfahrtexperten werten die Berufung eines Branchenkenners aus dem Business-Aviation-Sektor als Versuch, die Ausrichtung des Standorts stärker auf die Bedürfnisse von Geschäftsreise- und General-Aviation-Kunden abzustimmen. Um den Ganzjahresbetrieb wirtschaftlich tragen zu können, wird der Aufsichtsrat unter Wächter die Restrukturierungsmaßnahmen fortführen und neue Erlösquellen abseits der klassischen Linienverbindungen erschließen müssen.