Die Zivilluftfahrtbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hat den Flugverkehr iranischer Fluggesellschaften in das Land sowie aus dem Land heraus bis auf Weiteres vollständig ausgesetzt.
Die Behörde begründete diesen Schritt offiziell mit der Umsetzung der verschärften US-Sanktionen gegen die iranische Zivilluftfahrt. Damit reagierte der Golfstaat auf die Vorgaben aus Washington, die internationalen Flughäfen und Dienstleistern mit harten Finanzsanktionen drohen, sollten sie logistische oder betriebliche Unterstützungen für iranische Fluggesellschaften erbringen.
Die Entscheidung verschärft die diplomatischen Spannungen in der Golfregion erheblich. Vertreter der Führung in Teheran reagierten mit deutlichen Drohungen gegen die Nachbarstaaten. Der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, kündigte im staatlichen Fernsehen an, dass der Iran bei einer Kooperation mit den USA Maßnahmen ergreifen werde, um den Flugverkehr in den betroffenen Staaten zu beeinträchtigen. Weitere hochrangige Regierungsberater erklärten, dass die Nutzbarkeit des regionalen Luftraums künftig nur auf gegenseitiger Basis gewährleistet werden könne.
Durch den Stopp der Verbindungen in die VAE verliert die iranische Zivilluftfahrt eine ihrer wichtigsten internationalen Achsen. Der Flughafen Dubai galt bislang als zentrales Drehkreuz für Passagiere aus dem Iran mit Zielen in Europa, Asien und Nordamerika. Die verbliebenen internationalen Strecken iranischer Anbieter wie Iran Air beschränken sich nach den jüngsten Beschränkungen im Wesentlichen auf Verbindungen nach Russland, China und einzelne Ziele in der Türkei. Allerdings musste mit Mahan Air eine der größten privaten Gesellschaften des Landes ihren Flugbetrieb in die Türkei bereits einstellen.
Luftfahrtanalysten verweisen auf die zunehmende Isolation des iranischen Luftverkehrssektors, dem von insgesamt 27 registrierten Fluggesellschaften überwiegend nur noch der Binnenmarkt bleibt. Neben den betrieblichen Einschränkungen durch fehlende Landerechte leidet die Flotte seit Jahren unter Engpässen bei Ersatzteilen und Wartungskapazitäten. Für die Reisenden führen die kurzfristigen Streichungen an den verbliebenen Drehkreuzen wie Istanbul zu erheblichen Kapazitätsengpässen und organisatorischen Problemen bei der Umbuchung.