Das zuständige US-Insolvenzgericht hat den Verkauf eines Flottenpakets der insolventen Billigfluggesellschaft Spirit Airlines genehmigt. Der Beschluss erlaubt die Veräußerung von insgesamt 27 Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen der Airbus-A320-Familie für einen Gesamterlös von 668,1 Millionen US-Dollar (rund 568 Millionen Euro).
Das Paket umfasst Flugzeuge der Baujahre 2015 bis 2018, die mit Triebwerken des Typs IAE V2500 ausgerüstet sind. Nach dem endgültigen Stopp des aktiven Passagierflugbetriebs am 2. Mai 2026 stellt die Veräußerung einen der letzten großen Verwertungsritte der Flugzeugflotte im Rahmen des Chapter-11-Insolvenzverfahrens dar.
Der Großteil der Flugzeuge verbleibt im Umfeld der Gläubigerstruktur: Eine von Hauptgläubigern kontrollierte Zweckgesellschaft übernimmt 23 Maschinen zu einem Gegenwert von 567,4 Millionen US-Dollar. Dieser Betrag wird maßgeblich mit bestehenden Verbindlichkeiten und offenen Restrukturierungsforderungen verrechnet. Die verbleibenden vier Maschinen des Typs Airbus A321 erwirbt das US-Leasingunternehmen FTAI Aviation für 100,7 Millionen US-Dollar in bar. Das Bargeld soll zur Abdeckung von Verfahrenskosten sowie zur teilweisen Befriedigung vorrangiger Gläubigeransprüche verwendet werden.
Spirit Airlines war aufgrund von anhaltenden operativen Verlusten, hohen Verschuldungsraten und Verwerfungen bei Triebwerkswartungen unter erheblichen finanziellen Druck geraten. Der Versuch einer Übernahme durch die konkurrierende Fluggesellschaft JetBlue war zuvor an kartellrechtlichen Bedenken der US-Justizbehörden gescheitert. Der anschließende Ausfall mehrerer Pratt & Whitney-Triebwerke führte zu großflächigen Groundings der moderneren A320neo-Flotte, was die Liquiditätslage der Airline im Frühjahr 2026 endgültig kollabieren ließ.
Branchenanalysten werten den zügigen Verkauf der älteren A320-Bestände als Signal für eine weiterhin bestehende Nachfrage auf dem Gebrauchtflugzeug- und Triebwerksmarkt. Insbesondere Leasinggesellschaften und Instandhaltungsbetriebe nutzen das Angebot an gebrauchten V2500-Triebwerken, um globale Engpässe bei Ersatzteilen zu überbrücken. Für den ehemaligen Discount-Carrier Spirit Airlines bedeutet der Abschluss die schrittweise Abwicklung des verbliebenen Anlagevermögens.