Die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) investiert in die Erneuerung ihrer technischen Infrastruktur auf den Flugzeugparkpositionen am Vorfeld. Das Bundesministerium für Verkehr stellt für die Anschaffung von Pre-Conditioned-Air-Anlagen (PCA) Fördergruppen in Höhe von 2,3 Millionen Euro bereit.
Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich nach Angaben der Betreibergesellschaft auf rund 5,8 Millionen Euro. Bis Ende 2027 sollen die neuen Systeme an den Passagierbrücken installiert sein, um die Flugzeugkabinen während der Bodenstandzeiten über externe Stromanschlüsse zu belüften, zu kühlen oder zu beheizen.
Durch den Einsatz der stationären PCA-Anlagen lässt sich der Betrieb der bordeigenen Hilfstriebwerke (Auxiliary Power Units) der Flugzeuge nach dem Andocken an das Terminal minimieren. Dies führt zu einer Reduzierung des Kerosinverbrauchs am Boden und verringert die Lärmbelastung für das Bodenpersonal im Abfertigungsbereich. Parallel dazu schloss die Flughafenbetriebsgesellschaft ein zuvor vom Bund unterstütztes Projekt zur flächendeckenden Elektrifizierung des Frachtvorfelds ab. Mit einem Investitionsvolumen von 3,4 Millionen Euro – wovon 2,4 Millionen Euro aus Bundesmitteln stammten – wurden mobile, dieselbetriebene Generatoren schrittweise durch stationäre und mobile Elektro-Bodenstromeinheiten (GPU) ersetzt.
Die Förderzusage wurde im Rahmen der nationalen Richtlinie zur Unterstützung von Bodenstrom- und Abfertigungsinfrastruktur an deutschen Verkehrsflughäfen erteilt. Für die Flughafengesellschaft stellt die Bereitstellung moderner Abfertigungseinrichtungen eine wesentliche Anpassung an die betrieblichen Vorgaben der internationalen Luftfahrtverbände und der operierenden Fluggesellschaften dar. Das System verbessert die Planbarkeit der Bodenzeiten und reduziert die Wartungszyklen der flugzeugeigenen Hilfssysteme.
Luftfahrtanalysten weisen darauf hin, dass die Modernisierung der Bodeninfrastruktur zwar die Betriebseffizienz an den Parkpositionen steigert, die wirtschaftlichen Herausforderungen des Standorts jedoch nicht grundlegend verändert. Der Landesflughafen steht weiterhin vor der Aufgabe, das Passagieraufkommen nach Strukturveränderungen im innerdeutschen Luftverkehr zu stabilisieren und die im Branchenvergleich hohen Infrastruktur- und Standortkosten für die ansässigen Fluggesellschaften auszugleichen.