Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss International Air Lines startet die Flottenumrüstung für ein neues satellitengestütztes Internetangebot an Bord ihrer Verkehrsflugzeuge.
Als erste Maschine der Fluggesellschaft wurde ein Airbus A320neo mit der Empfangstechnologie des Anbieters Starlink ausgestattet und nimmt am 28. September 2026 unter der Flugnummer LX1852 von Zürich nach Thessaloniki den Linienbetrieb auf. Die Nutzung des Zugangs wird Passagieren aller Beförderungsklassen nach einer Anmeldung mit der persönlichen Identifikationsnummer des Konzernprogramms kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Das Projekt wird unter dem Dach der Muttergesellschaft als „Lufthansa Group Wi-Fi powered by Starlink“ geführt und soll schrittweise auf die Flotten der Konzernschwestern ausgeweitet werden. Nach dem Ersteinsatz der Maschine mit dem Taufnamen „Iseltwald“ plant die Führung von Swiss die unmittelbare Nachrüstung von drei weiteren Maschinen der A320-Familie. Die vollständige Umrüstung der gesamten Swiss-Flotte, einschließlich der Langstreckenflugzeuge der Typen Airbus A330, A350 und Boeing 777, ist bis Ende des Jahres 2029 vorgesehen. An Bord gelten weiterhin Einschränkungen für Sprach- und Videoanrufe, um den Kabinenablauf nicht zu beeinträchtigen.
Die Umstellung auf die Satellitenkonstellation im niedrigen Erdorbit (LEO) ersetzt schrittweise die bisherigen geostationären Systeme, die im Branchenvergleich häufig durch höhere Latenzzeiten und geringere Datenübertragungsraten auffielen. Durch die höhere Bandbreite will der Lufthansa-Konzern den veränderten Nutzungsgewohnheiten von Geschäfts- und Privatreisenden gerecht werden. Wettbewerber auf europäischen und nordamerikanischen Märkten installieren zunehmend ähnliche Systeme, um den Netzkomfort im Flugbetrieb zu steigern und Datenflüsse an Bord effizienter zu verarbeiten.
Luftfahrtanalysten betonen, dass die Nachrüstung der Antennentechnik an den Flugzeugrümpfen mit technischen Ausfallzeiten und Umbaukosten für die Flotte verbunden ist. Die Erhöhung des Luftwiderstands durch die Außenantennen kann zudem den Treibstoffverbrauch geringfügig beeinflussen. Vor diesem Hintergrund hängt die Wirtschaftlichkeit des kostenlosen Zugangsmodells maßgeblich davon ab, ob die Kundentreue über die konzerneigenen Bindungsprogramme gesteigert und zusätzliche Einnahmen im Premiumbereich generiert werden können.