Die türkische Ferienfluggesellschaft Corendon Airlines kürzt ihr Streckenangebot auf dem britischen Markt für die Sommersaison 2027 deutlich.
Das Unternehmen stellt den Flugbetrieb an den Standorten Birmingham, Newcastle und London-Gatwick vorerst komplett ein. Verbleibende Verbindungen zum Drehkreuz Antalya werden im Sommerflugplan 2027 ausschließlich von den Flughäfen Glasgow mit zwei sowie Manchester und London-Stansted mit jeweils drei wöchentlichen Frequenzen bedient.
Als Ursachen für die Streichung von Strecken und Frequenzen verweist die Führung der Fluggesellschaft auf ein operativ anspruchsvolles Geschäftsjahr. Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, geopolitische Unsicherheiten in der Region sowie schwankende Nachfragemuster belasteten das Ergebnis im Charter- und Linienverkehr. Hinzu kommen gestiegene Kerosin- und Standortkosten. Im Zuge der Restrukturierung beendet das Unternehmen mehrere Leasingverträge für Flugzeuge vorzeitig, was zu einer Reduzierung der aktiven Flottengröße führt.
Der Kapazitätsrückbau erfolgt in einem intensiv umkämpften Umfeld für Türkeiflüge ab Großbritannien. Auf den betroffenen Strecken konkurriert Corendon mit kapazitätsstarken Anbietern wie Jet2.com, Easyjet und TUI Airways, die an den Hauptflughäfen über gefestigte Marktanteile verfügen. Die Fluggesellschaft kündigte an, die Auslastungs- und Ertragsentwicklung im Januar 2027 neu zu bewerten, um über eine spätere Wiederaufnahme der gestrichenen Verbindungen ab Birmingham, Newcastle und Gatwick zu entscheiden.
Luftfahrtanalysten werten den Teilrückzug von Corendon als Indikator für den anhaltenden Konsolidierungsdruck im europäischen Touristikverkehr. Die Verkleinerung der Leasingflotte verringert zwar die fixen Vorhaltungs- und Wartungskosten in verkehrsschwächeren Zeiten, schränkt jedoch die Flexibilität bei einer kurzfristigen Erholung des Flugbuchungsmarktes ein.