Der Reisekonzern Tui hat in Berlin sein Programm für die kommende Wintersaison vorgestellt und Einblicke in das aktuelle Buchungsverhalten sowie die wirtschaftliche Lage des Unternehmens gegeben. Die Kanarischen Inseln stellen weiterhin das volumenstärkste Ziel im Winterportfolio dar, gefolgt von Ägypten und der Türkei.
Fast die Hälfte aller Sitzplatzkapazitäten der konzerneigenen Fluggesellschaft Tuifly entfällt auf die Zielgebiete Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote. Im Bereich der Fernreisen verzeichnet Thailand die höchste Nachfrage, während auf dem europäischen Festland Österreich und Südtirol die führenden Destinationen für den Wintersport bleiben. Gleichzeitig sieht sich das Management von Tui mit veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert: Der gebuchte Umsatz im Pauschalreisesegment lag zuletzt unter den Werten des vergleichbaren Vorjahreszeitraums, was Anpassungen bei den finanziellen Erwartungen für das Gesamtergebnis nach sich zog.
Verteilung der Flugkapazitäten auf Nah- und Mittelstrecken
Im Segment der Nah- und Mittelstrecken nimmt die Inselgruppe der Kanaren eine zentrale Rolle innerhalb des Flug- und Angebotsprogramms von Tui ein. Von den insgesamt rund 1,3 Millionen Sitzplätzen, die der Konzern über die konzerneigene Airline Tuifly im Winter bereitstellt, ist knapp die Hälfte für Flüge nach Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote reserviert. Diese Konzentration unterstreicht die verlässliche Nachfrage nach Ganzjahresdestinationen mit stabiler Wetterlage innerhalb des europäischen Luftraums.
An zweiter und dritter Stelle der beliebtesten Mittelstreckenziele rangieren Ägypten und die Türkei. In Ägypten verzeichnet der Konzern ein Wachstum bei den Buchungszahlen für die Küstenorte Hurghada und Sharm El Sheikh. Zudem nimmt das Interesse an Nil-Kreuzfahrten wieder zu. Die Nachfrage nach Reisen in die Türkei hält ebenfalls an, wobei hier vor allem die Kombination aus All-inclusive-Angeboten und verhältnismäßig günstigen Paketpreisen als wesentlicher Buchungsgrund gilt. Die Kapazitätsplanung orientiert sich an diesen Schwerpunkten, um eine hohe Auslastung der Flug- und Hotelkapazitäten zu gewährleisten.
Trends bei Fernreisen und Ausbau asiatischer Zielgebiete
Bei den Fernreisen führt Thailand die Rangliste der meistgebuchten Ziele vor der Dominikanischen Republik, Mexiko und Mauritius an. Steffen Boehnke, Produktchef bei Tui, wies bei der Vorstellung des Programms darauf hin, dass sich Thailand mittlerweile zu einem der Kernziele im gesamten Wintergeschäft entwickelt hat. Neben den etablierten Zielen registriert das Unternehmen eine steigende Nachfrage nach weiteren asiatischen Ländern wie Vietnam und Japan. Auch die Karibik und die Kapverdischen Inseln verzeichnen Zuwächse im Vergleich zum vorherigen Beobachtungszeitraum.
Ergänzend zu den klassischen Strand- und Sonnenreisen entwickelt sich der Bereich der Winter- und Naturreisen im Norden Europas dynamisch. Während Österreich im klassischen Skitourismus seine führende Position behauptet, gefolgt von Südtirol, verschiebt sich ein Teil der Nachfrage hin zu Alternativangeboten. Reisen nach Nordeuropa, insbesondere nach Finnland, gewinnen an Bedeutung. Buchungen für Aktivitätsreisen wie das Beobachten von Nordlichtern, Hundeschlittensafaris oder Übernachtungen in ländlichen Regionen Lapplands verzeichnen überdurchschnittliche Zuwachsraten. Konkrete absolute Buchungszahlen für einzelne Länder gibt der Konzern in der Regel nicht bekannt.
Finanzielle Entwicklung und Anpassung der Ertragserwartungen
Ungeachtet der Nachfrage in einzelnen Marktsegmenten sieht sich die Tui-Gruppe mit einer verhaltenen gesamtgesellschaftlichen Konsumstimmung und veränderten Buchungsmustern konfrontiert. Für die anstehende Wintersaison wies der Konzern in der vergangenen Woche einen gebuchten Pauschalreise-Umsatz aus, der um sieben Prozent unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreswertes lag. Obwohl sich die Dynamik bei den Neueingängen im Spätsommer etwas beschleunigte, konnte der Rückstand auf das Vorjahr bis zum Stichtag der Berichterstattung nicht vollständig aufgeholt werden.
Das Management führt diese Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück. Neben den geopolitischen Auswirkungen des Iran-Krieges, die zu Verunsicherungen auf internationalen Flugrouten und in Teilen des Nahen Ostens führten, macht sich ein verändertes Kundenverhalten bemerkbar. Verbraucher buchen ihre Urlaubsreisen zunehmend kurzfristiger, was die zeitliche Vorhersehbarkeit des Auslastungsgrades erschwert.
Diese Einflussfaktoren wirken sich direktDer Reisekonzern Tui hat in Berlin sein Programm für die kommende Wintersaison vorgestellt und Einblicke in das Buchungsverhalten der deutschen Urlauber gegeben. Während klassische Sonnendestinationen wie die Kanarischen Inseln, Ägypten und die Türkei weiterhin die Nachfrage anführen, zeichnen sich bei den Fernreisen sowie beim Wintertourismus neue Trends ab. Asiatische Länder wie Thailand, Vietnam und Japan gewinnen an Bedeutung, während im Segment der Winterreisen die Nachfrage nach Nordlichtbeobachtungen und Erlebnissen in Lappland steigt. Gleichzeitig bewegt sich der Konzern in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld, was sich in einer gedämpften Erwartungshaltung bezüglich des operativen Ergebnisses niederschlägt.
Das Winterprogramm von Tui zeigt eine klare Verteilung der Buchungspräferenzen. Die Kanarischen Inseln Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote behaupten ihre Stellung als führende Destinationen. Die Konzerntochter Tuifly plant im kommenden Winter rund die Hälfte ihrer 1,3 Millionen verfügbaren Sitzplätze für Flüge auf die spanische Inselgruppe ein. Auf den folgenden Plätzen rangieren Ägypten und die Türkei. In Ägypten verzeichnet das Unternehmen eine erhöhte Nachfrage nach den Küstenorten Hurghada und Sharm El Sheikh sowie eine Steigerung bei den Flusskreuzfahrten auf dem Nil.
Bei den Fernreisen liegt Thailand an erster Stelle der nachgefragten Ziele, gefolgt von der Dominikanischen Republik, Mexiko und Mauritius. Neben Thailand registriert der Konzern auch für andere asiatische Länder ein wachsendes Interesse. Tui-Produktchef Steffen Boehnke wies darauf hin, dass Thailand mittlerweile zu den am häufigsten gebuchten Winterzielen des Konzerns gehört. Parallel dazu entwickeln sich die Buchungszahlen für Vietnam und Japan positiv. Auch die Kapverdischen Inseln und der karibische Raum verzeichnen Zuwächse. Konkrete absolute Zahlen zu den einzelnen Destinationen legte Tui im Rahmen der Präsentation nicht vor.
Neben den Zielen in wärmeren Regionen zeigt sich auch im Segment der Winter- und Schnee-Urlaube eine Entwicklung. Das Niveau der Buchungen für Wintersportreisen liegt nach Unternehmensangaben über dem Vergleichswert des Vorjahres. Bei den klassischen Skireisen bleibt Österreich das am häufigsten gewählte Ziel, gefolgt von Südtirol. Das Spektrum der nachgefragten Aktivitäten erweitert sich jedoch. Urlauber fragen vermehrt Angebote wie das Beobachten von Nordlichtern, Fahrten mit Hundeschlitten oder Aufenthalte in der Natur Lapplands nach. Diese Nachfrage führt zu einer dynamischen Entwicklung bei den Buchungszahlen für Finnland.
Die geschäftlichen Perspektiven für den kommenden Winter stehen unter dem Eindruck veränderter Rahmenbedingungen. Der gebuchte Umsatz im Segment der Pauschalreisen lag zuletzt sieben Prozent unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres, nachdem sich das Tempo der Neueingänge zuvor zeitweise beschleunigt hatte. Als Ursachen für diese Entwicklung führt das Management unter anderem die Auswirkungen von Konflikten im Nahen Osten sowie eine generelle Neigung der Kunden zu kurzfristigeren Buchungsentscheidungen an.
Vor diesem Hintergrund hat die Konzernleitung um den Vorstandsvorsitzenden Sebastian Ebel die Gewinnprognose für das am 30. September 2026 endende Geschäftsjahr angepasst. Der bereinigte operative Gewinn wird in einer Spanne zwischen 1,2 Milliarden Euro und 1,3 Milliarden Euro erwartet. Im vorhergehenden Geschäftsjahr 2024/25 lag dieser Wert bei gut 1,4 Milliarden Euro. Eine Prognose bezüglich der Entwicklung des Gesamtumsatzes gab das Unternehmen nicht ab. Die detaillierten Finanzergebnisse und der Jahresabschluss werden am 9. Dezember 2026 veröffentlicht.