Der im oberösterreichischen Ried im Innkreis ansässige Luftfahrtzulieferer FACC AG hat die Umstrukturierung seiner Kreditlinien bekannt gegeben.
Das an der Wiener Börse notierte Unternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz der staatlichen chinesischen AVIC-Gruppe befindet, ersetzte eine bisherige Kreditvereinbarung über 225 Millionen Euro vorzeitig durch einen neuen Konsortialkredit über 190 Millionen Euro. Die Finanzierungsvereinbarung steht unter der Federführung der UniCredit Bank Austria und wird von einem Konsortium aus fünf österreichischen sowie zwei deutschen Banken getragen. Das Darlehen weist eine Grundlaufzeit von drei Jahren auf, wobei vertragliche Optionen für eine zweimalige Verlängerung um jeweils ein Jahr verankert wurden.
Das neue Finanzpaket dient der Absicherung eines bis zum Jahr 2030 angesetzten Investitionsvolumens von rund 350 Millionen Euro. Die Mittel sollen unter anderem in den Ausbau von Fertigungskapazitäten, die Automatisierung von Produktionsprozessen sowie die Erweiterung internationaler Standorte fließen. Der Konzern begründet die Maßnahmen mit steigenden Abrufzahlen bei bestehenden Flugzeugprogrammen der großen Flugzeug- und Triebwerkshersteller wie Airbus und Boeing. Um die Kapazitätsengpässe in der globalen Flugzeugproduktion zu bedienen, setzt der Komponentenhersteller auf eine Ausweitung der eigenen Infrastruktur.
Trotz der im Branchenvergleich positiven Umsatzentwicklung der jüngeren Vergangenheit bleibt die Finanz- und Unternehmensstruktur der FACC AG nicht frei von Risiken. Branchenanalysten verweisen auf erhebliche Herausforderungen im Marktumfeld: Anhaltende Engpässe in den weltweiten Lieferketten, steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie der anhaltende Personalmangel setzen die Marge unter Druck. Hinzu kommt, dass der Zulieferer direkt von der Produktionsstabilität der großen Flugzeugbauer abhängig ist, die zuletzt immer wieder mit Fertigungsverzögerungen zu kämpfen hatten. Zudem wirft die verringerte Gesamtsumme der Kreditlinie von zuvor 225 Millionen Euro auf nunmehr 190 Millionen Euro Fragen hinsichtlich der langfristig verfügbaren Liquiditätsreserven bei unerwarteten Marktschwankungen auf.